2013 Norwegen mit dem Womo

Freitag, 21.06.2013

Für 4 Wochen unser Heim

Dieses Jahr sollte es nach 5-jähriger Pause wieder einmal mit einem geliehenen Wohnmobil auf große Reise gehen. Lange vorher (09/2012) hatten wir uns schon für eins entschieden und es auch gleich gebucht. Der Vermieter war aus Kritzmow, bei Rostock und so musste ich auch erst mal bis dorthin fahren. Gegen 11 konnte ich das Auto abholen, das vom Vorgänger leichte Blessuren an der hinteren Stoßstange hatte, ansonsten aber top und ziemlich neu war.

Da ich noch mal ca. 180 km fahren musste, konnte das Einpacken erst so gegen 14:00 Uhr beginnen. Auf der Rückfahrt habe ich mich erst mal gleich blamiert, weil ich das Radio nicht anbekommen habe. Nachdem der ganze Hausrat und alles andere, was man so in einem gefühlten halben Jahr Urlaub benötigt, verstaut war, ging es 21:30 Uhr wie immer zuerst nach Sassnitz zur 3-Uhr Fähre.

Samstag, 22.06.13 (818 km)

Degernäs Camping

Die Fähre kam auch pünktlich und so waren wir um 7 in Trelleborg. Diesmal fuhren wir aber nicht die Autobahn sondern zuerst die 108 in Richtung Norden. Einmal verfahren ist ja immer dabei, aber diesmal war es wenigstens nicht so weit. Das haben wir auch gleich für ein gemütliches Frühstück genutzt. Die erste Etappe wurde bis Degerfors durchgezogen und auf dem Campingplatz Degernäs fanden wir erst mal eine Bleibe für die Nacht. Schöner Platz. Leider war das Wetter zum Weinen (machte es ja auch), aber davon haben wir uns nicht die Laune verderben lassen. Die Draisinenfahrt haben wir dann auf Grund des Wetters auch nach hinten verschoben.

Sonntag, 23.06.13 (ca. 584 km)                                                                             

Frühstück mit Aussicht

9:30 Uhr war Abfahrt in Degerfors. Auch heute sollten die Kilometer fallen. Leider machte ich den Fehler, was aber erst im Nachhinein klar wurde und fuhr direkt auf die E4, da wir ja immer noch Kirkenes und den Weihnachtsmann (Rovaniemi) im Visier hatten. Diese E-Straße ist ja so was von hektisch, das geht gar nicht.

Unterwegs riefen wir noch schnell in Snibbens Camping an und reservierten einen Platz für uns. War auch notwendig, sonst hätten wir dumm dagestanden. Der ADAC-Campingführer macht es möglich. Glück für uns: Die Rezeptionsdame konnte deutsch. Wie ich später erfuhr, war ihr Vater Deutscher und so hat sie sehr gut gesprochen.

Der Campingplatz war gut und wir hatten sogar einen Platz direkt am Wasser. Auch das Wetter hatte ein Einsehen und bescherte einen Sonnenuntergang mit Sonne. Nach einem kurzen Erkundungsgang war der Tag gelaufen und nach einem Bierchen und einem Glas Wein haben wir süß und selig geschlafen.

Montag, 24.06.13 (594 km)

Vorsicht ist geboten

Weiter auf der E4 über Umea und Lovanger bis nach Pitea. Jetzt so kurz vor Lulea hatte ich dann so die Nase voll von dieser E4, dass wir gemeinsam beschlossen, Kirkenes fallen zu lassen und über die Inlandsvägen und Kiruna in Richtung Lofoten zu fahren.

Auf der 374 ging es wunderbar vorwärts. Obwohl nur eine einfache Straße ohne E, war sie ziemlich neu und nur aller halbe Stunde kam mal ein Auto von vorn. Überholt hat uns hier gar keiner, was aber nicht an unserer Geschwindigkeit gelegen hat. Nach Alvsbyn fuhren wir noch ein Stück auf der E45 bis Jokkmokk.

Ein bisschen außerhalb gab es lt. Campingführer den Skabram-Camping. Der Platz wird von Holländern geführt, die alles gut in Schuss haben und auch deutsch konnten. Zum Wandern hatten wir keine Lust mehr. Es waren auch ziemlich viel Plagegeister unterwegs, kleine in Form von Mücken und auch Große, was es uns verleidet hat.

Dienstag, 25.06.2013 (394 km)

Zeitig aufgestanden wurde auch heute und so waren wir 08:00 Uhr bereits in Jokkmokk zum Tanken (Dieselpreis ca. 1,65 €). Unser nächstes anvisiertes Ziel hieß Narvik. Die Strecke kannten wir noch aus dem Jahr 2010. Erstes Zwischenziel war Kiruna und der Ausblick war nicht unbedingt erheiternd. Genau in Richtung dieser schwarzen Wand mussten wir.

Unterwegs hatten wir noch einige Begegnungen der dritten Art. Rentiere liefen auf der Straße rum, als wäre es ein saftiger Weideplatz. Aber auch ein paar Mondlandschaften waren auf dieser Strecke zu bestaunen.

Über Kiruna fuhren wir weiter in die Dunkelheit und überquerten in strömendem Regen um 13:00 die Riksgränse. Wie immer rutschten wir ohne Kontrolle durch.

Ein großer Fehler war die Wahl des Campingplatzes. NAF-Camping Narvik kann man eigentlich keinem anbieten.

Zum Einen ist die Lage direkt an der Straße schon mal gewöhnungsbedürftig (mit Baustelle noch mehr), zum Anderen ist die Sauberkeit des Platzes bzw. der sanitären Anlagen eine Zumutung.

Nun waren wir schon mal hier und bei dem Regen, bzw. Gewitter, hatten wir auch keine Lust, noch weiter zu fahren. Also haben wir mit dem kostenintensiven und extra zu bezahlendem WLAN-Zugang geschaut, wie sich denn das Wetter so entwickelt. Der Bericht über selbiges sah nicht gerade rosig aus.

 Mittwoch und Donnerstag, 26.06.2013 und 27.06.2013 (230 km)

Zumindest schüttete es nicht mehr, als wir aufgestanden sind und auf der Fahrt zu den Lofoten (speziell nach Sandsletta) lugte auch schon mal ein blaues Fleckchen Himmel durch die sonst durchgehend graue Wolkenwand.

Lofotenbrücke
Campingplatz Sandsletta

Von Narvik über die Lofotenbrücke fuhren wir die E10 runter und hatten gleich wieder eine Baustelle. Was dieses Jahr hier gebaut wurde, war extrem. Alle Nase lang war eine Baustelle. Die letzten 10 km legten wir auf dem Fv 888 zurück und kamen gegen halb zwölf in Sandsletta an. Nach der obligatorischen Prüfung der Sanitäreinrichtungen, bekamen wir in der Rezeption einen kleinen Schock, denn die freundliche junge Dame meinte, wir seien bis jetzt die Einzigen, aber es werden 20 holländische Womos erwartet. Na herzlichen Glückwunsch. Dadurch bekamen wir aber wenigstens einen Platz direkt am Fjord.

Erste Wanderung
Auch noch

Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten, brachen wir zu unserer ersten Wanderung auf. Wir haben mit was Leichtem begonnen. Es ging über die Straße und über Bauernland zum Simonodden-See. Endlich konnten wir wieder mal die norwegische Natur in vollen Zügen genießen. Der See ist zwar klein aber schön gelegen. Und beim Zurückschauen über den Fjord fiel mir ein Berg ins Auge, den ich schon 2010 anvisiert, aber nicht geschafft habe.

Zurück auf dem Zeltplatz habe ich dann gleich die Rezeptionistin ausgequetscht, wie ich denn da am Besten hochkomme. Es gab zwei Möglichkeiten. Ein Kanu nehmen, über den Fjord paddeln und den steileren Aufstieg (streckenweise auf allen Vieren) nehmen, oder den längeren Weg entlang den Stromleitungen.

Ausblick vom Blalyngen

Ich entschied mich für den längeren Weg. Die beste Wahl war das auch nicht, denn es gab keinen Wanderweg. Also war querfeldein angesagt und der Weg wurde selbst gesucht. Der war derartig mit Moos und anderen niederen Pflanzen bewachsen, dass man bei jedem Schritt bis über die Knöchel einsank. Das war dann auch ganz schön anstrengend.

Zurück nahm ich dann den kürzeren Weg nach unten. Das war, wie sich herausstellte, eine Fehlentscheidung. Ergebnis war ein dicker, grün und blau anlaufender Knöchel. Eine genaue Beschreibung der Wanderung gibt es in der Abteilung Wanderungen. Die Aussicht oben hat aber für alle Mühen entschädigt.

Freitag, 28.06.2013 (270 km)

Die NSA lässt grüßen

Da das Wetter wieder schlechter wurde, packten wir unsere sieben Sachen und nahmen um 08:30 Uhr unsere nächste Etappe in Angriff. Zuerst war Loedingen auf dem Plan, um mit der Fähre nach Bognes überzusetzen. So spart man eine Menge Kilometer. Ganz billig war die Überfahrt aber nicht.

Kurz vor 10 Uhr an der Fähre angekommen, warteten wir noch eine kleine halbe Stunde und fuhren in den Schiffsbauch. Die Überfahrt sollte ca. 60 min dauern und kostete für Womo und 2 Erwachsene 527 NOK.

Grobe Richtung war erst einmal Fauske. An mehreren Seen und an einem Berg, der es mir schon seit Jahren angetan hat, vorbei ging die Fahrt. Den Krakmotinden habe ich aber schon jetzt fest in den Plan für das nächste Mal aufgenommen.

Letztlich fuhren wir mit einer kurzen Pause bis zum Strömhaug Camping, der kurz vor Fauske an einem Flüsschen gelegen war. Die Anlage war ok.

Samstag, 29.06.2013 (144 km)

Eine Geisterstadt

Auch heute wurde zeitig aufgestanden und nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Fauske. Ich hatte wieder mal nicht bedacht, dass in Norwegen das Leben frühestens ab 9:00 Uhr losgeht und so waren wir definitiv zu zeitig dort. Es war wie in einer Geisterstadt. Kein Mensch auf der Straße, alles geschlossen. Jetzt hätte nur noch eine alte Zeitung gefehlt, die über die Straße geweht wird und die entsprechende Musik dazu.

So schlecht, wie man manchmal liest, ist Fauske aber nicht. Es ist zwar tatsächlich der Umsteigebahnhof für Reisende gen Norden, die hier von der Bahn auf den Bus umsteigen müssen, aber ansonsten ganz nett. Da allerdings nix los war, haben wir nur Geld geholt, beim Rema geparkt und einen kurzen Rundgang gemacht. Den Busbahnhof haben wir uns auch angesehen.

Unseren ursprünglichen Plan, Bodö anzufahren, ließen wir fallen. Wir hatten uns sagen lassen, die Stadt wäre auch nicht sehenswerter als Fauske.

Seltener Sandstrand

Direkt hinter Fauske hatten wir auch eine automatische Mautstation. Und ich hab mich gewundert, warum alle links abbiegen und die schlechtere Straße fahren. Allerdings waren es nur 2,50 €.

Reipa Camping

Damit war die Bahn frei für den Rv 17, den schönsten Umweg in Norwegen. Der Riksveien 17 fängt ja kurz vor oder hinter Bodö, je nach Blickwinkel, an und schlängelt sich an der Küste entlang bis in südliche Gefilde. Den Saltstraumen haben wir diesmal übersprungen, hatten wir beim letzten Mal.

Erste Rast war dann auf dem Rastplatz Storvik. Hier ist einer der wenigen Sandstrände in Norwegen. Die Straße ist wirklich jede Reise wert und man könnte ständig anhalten und fotografieren.

Heute haben wir keine Lust noch weit zu fahren und beendeten die heutige Etappe schon kurz nach 12:00 Uhr auf dem Campingplatz Reipa.

Sonntag, 30.06.2013

Gletscherzunge des Svartisen

Schon wieder sind wir zeitig (ca. 06:30) aufgestanden und haben die 64 km bis zur Fähre nach Agskaret Angriff genommen. Das Wetter war nicht gerade vielversprechend, aber hier ändert sich das ja auch schnell.

Fast immer am Wasser entlang, war uns leider der traumhafte Ausblick durch das miese Wetter versagt. Schön war es trotzdem. Halb neun waren wir an der Fähre in Furoy und halb zehn durften wir dann rauf fahren. Die Überfahrt dauerte nur eine Viertelstunde und so waren wir auf der anderen Seite damit beschäftigt, hinter den Anderen her zu rasen, um vielleicht noch die nächste Fähre zu kriegen. Das machen wir definitiv nicht noch mal.

Wir haben es zwar geschafft, aber die Fähre war voll und wir mussten auf die nächste warten. Von Jektvik fuhren wir dann eine Stunde lang nach Kilboghamn und überquerten so nebenbei den Polarkreis. Ab heute würde es also auch wieder dunkel werden. Auf dieser Fahrt habe ich mehrere Berge gesehen, die ich gern noch mal erklimmen würde.

Architektenklo
Der Zuckerhut am Polarkreis
Der Hai kommt auch noch dran

In Mo i Rana hat uns der Zeltplatz nicht gefallen (lag neben einem Industriebetrieb), also fuhren wir weiter bis Yttervik. Der Betreiber gibt sich hier sehr viel Mühe und dementsprechend war auch der Platz in Schuss. Abends haben wir noch mit Bekannten telefoniert und uns für den nächsten Tag verabredet.

Montag, 01.07.2013 und Dienstag, 02.07.2013 (129 km)

Nach seiner Einladung haben wir unseren Bekannten auf einem Parkplatz in der Nähe der Polizeiwache in Mo i Rana getroffen. Wie immer sind wir erst einmal vorbeigefahren und haben den Platz auf der Rückfahrt entdeckt.

Yttervik Camping
Mo i Rana von oben
Moholmen

Nach kurzer Begrüßung und einem interessanten Rundgang dDer Hai kommt auch noch dranurch Moholmen (Altstadt Mo i Rana) sind wir noch mit ihm aufs Mofjell gefahren und haben uns Mo i Rana von oben angeschaut. Von dieser exponierten Stelle konnte man auch ein Stück des Svartisen und den Högtuvbreen sehen. Da mein Fuß ein wenig gemurrt hat, fuhren wir wieder runter und gingen noch beim Rema einkaufen.

Am Nachmittag bekamen wir noch leckere selbst gebackene Blätterteigtaschen mit Blaubeeren, hmmm. In diesem Zusammenhang haben wir auch viel über den Fruchtgehalt norwegischer Marmeladen gelernt. 😉

Am nächsten Morgen waren wir, sehr zum Leidwesen unserer Gastgeber wieder früh auf den Beinen und haben geduscht und gefrühstückt. Da wir nicht genau wussten, ob wir noch mal zurückkommen, haben wir uns sicherheitshalber schon mal verabschiedet. Geplant war heute das Marmorschloss und eventuell der Svartisen.

Marmorschloss
Grönligrotte
Früh krümmt sich …

Ein Stückchen aus Mo i Rana raus fing dann eine Schotterpiste an, die wir ca. 20 km fahren mussten. Am Ende war, wie nicht anders zu erwarten, ein Schotterparkplatz. Wanderschuhe an und los. Der Weg zum Marmorschloss war relativ einfach zu begehen und teilweise mit Holzstegen belegt. Einen Wegweiser gabs auch. Nach einer knappen Stunde waren wir am Ziel und kletterten ins Schloss hinein. Zurück auf demselben Weg kamen wir gegen Mittag wieder am Mobile an.

Langvatnet

Nach kurzer aber reiflicher Überlegung wurde der Svartisen auf Eis gelegt und stattdessen die Grönligrotte angesteuert. Das schönste daran war der Weg. Wir haben es ohne Blessuren geschafft und wurden von einem jungen Mädchen durch die Grotte geführt. Der Reißer war es jetzt nicht. Wieder im Auto, haben wir beschlossen, doch noch mal nach Mo i Rana zurück zu fahren und auf dem Wendehammer zu übernachten. Zum Abendessen wurden wir eingeladen zu Lachs und Röstis. War sehr lecker. Nach einem Gläschen Wein und vielen Gesprächen waren wir gegen 23:00 Uhr im Bett.

Mittwoch, 3.7.2013 (219 km)

Alstahaugkirke

Nach einem guten Frühstück fuhren wir weiter Richtung Torghattan. Zuerst mussten wir aber auf den RV 17 zurück. An einem schönen Parkplatz vorbei, den uns die Mo i Raner zur Übernachtung empfohlen hatten, war der erste längere Halt am Peter Dass Museum bzw. an der schönen Alstahaugkirke. Die stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist eine Augenweide. Zufälligerweise hatten sich, gerade als wir vor Ort waren, Einheimische eine Gesangsdarbietung bestellt. War in der Kirche wirklich schön, auch wenn wir kein Wort verstanden haben.

Das Gesicht im Wasser

Dazwischen hatten wir zwei Fährüberfahrten. Einmal von Nesna nach Levang und die zweite von Tjötta nach Forvik. Durch die schöne Stadt Sandnesjön fuhren wir über eine tolle Brücke bis zum Torghatten Camp. 280 NOK und damit der teuerste Platz waren rausgeschmissenes Geld. Der Untergrund kaum befahrbar, die sanitären Anlagen nicht sauber und ein Teil war noch Baustelle

Donnerstag, 04.07.2013 (349 km)

Nach dem Frühstück, zu dem es wie immer knusprige Brötchen gab (dank elektrischem Grill und vorgebackenen norwegischen Brötchen) verabschiedeten wir uns leichten Herzens vom Torghattan Camping und fuhren ein paar hundert Meter zum Parkplatz am Fuße des Wanderwegs.

Bronnoysund

Der Weg zum Torghattan begann gemütlich und ziemlich flach. Es wurde aber bald steiniger und vor allem steiler. Am Wegesrand waren ab und an ein paar Schilder zu entdecken, auf denen der stolze Smartphone-Besitzer Barcodes einscannen kann. Da mein Smartphone schon weg war, brauchten wir uns um dieses Detail keine Rübe zu machen. Endlich kam das große Loch in Sicht und zuerst führte der Weg eine Treppe hinunter.

Dann wieder ein bisschen bergauf und schon stand man auf der Seeseite des Lochs und konnte das Meer bewundern. Theoretisch kann man auch immer weiter gehen, bis man wieder unten ist, das war uns dann doch zu weit und so nahmen wir den gleichen Weg zurück.

Kurz vor dem Fähranleger

Wir wollten heute noch ein gute Strecke machen und fuhren deshalb auf der E6 gen Süden. Der RV 17 war eh zu Ende. Unterwegs hatten wir sogar eine Fähre mit Fahrstuhl.

Freitag, 05.07.2013 (349 km)

Der neue Tag empfing uns mit Regen. Naja, was denn auch sonst? Um das Maß voll zu machen, war das Statens Vegvesen wieder voll im Einsatz. Vom Gulberget-Campingplatz fuhren wir in Richtung Trondheim. Da wir 2008 schon mal dort waren, wurde die Idee verworfen und Trondheim umgangen. Nach einem kurzen Tankstopp in … lautete der neue Marschbefehl Alesund.

Gegen Mittag wurde auch das Wetter wieder besser. Doch wir hatten uns zu früh gefreut. Glücklicherweise hielt es zumindest bis zur berühmten Brücke auf dem Atlanterhavsveien. Nach einem kurzen Halt und ein paar Fotos ging‘s weiter Richtung Alesund. Die Fähre von Molde nach Vestnes haben wir gerade so geschafft und mussten nicht warten. Die Fjellstova war zwar schön gelegen, aber der Platz war nicht so toll. Außerdem hat es hier mächtig gezogen. Ca. 30 km vor der Stadt haben wir einen schönen Zeltplatz gefunden, das Sölnorvika fritid Fjordcamp.

Samstag 06.07.2013 (168 km)

Heute Morgen, man konnte kaum frühstücken, ging es endlich nach Alesund. Natürlich zog das Einkaufen. Vor den Erfolg (Einkaufen) hat der liebe Gott den Schweiß gesetzt und es war erst die Parkplatzsuche angesagt. Ging wider Erwarten ziemlich fix und wir standen auf dem Bobilplatz direkt an der Mole. Hier hatten auch schon viele Andere ihre Zelte aufgeschlagen und wir gesellten uns dazu.

Klein-Venedig?
Blick vom Hausberg auf Alesund

Die Parkplatzgebühr war mit noch nicht mal einem Euro bis zum Montag auch erträglich. Als wir wieder losgefahren sind, hat man uns allerdings gesagt, dass wir am falschen Automaten gewesen sind und eher 15 Euro hätten zahlen müssen. Naja, der Mensch muss auch mal Schwein haben und glücklicherweise wurden wir auch nicht kontrolliert.

Blick von Zeltplatz Stryn

Neben uns standen Leute aus Leerte, mit denen wir auch schnell ins Gespräch kamen. Wir waren ja beide Hobbyfotografen und hatten dadurch schnell ein gemeinsames Thema.

Danach zogen wir los, um den Aksla, den Hausberg von Alesund zu bezwingen. Hier oben steht auch ein Restaurant, allerdings mit Preisen jenseits von gut und böse. Die Aussicht war allerdings exzellent.

Anschließend noch einkaufen und weiter nach Stryn. Hier fanden wir einen netten Platz am Strynvatn. Eine Fährüberfahrt nach Örsneset war auch noch dazwischen.

Sonntag, 07.07.2013 (198 km)

Die nächste Etappe ging in Richtung Sogndal, erst auf dem RV 60, dann ein Stück E39 und zu guter Letzt auf der RV 5 bis Sogndal.

Bombenwetter

Der Anfang war wie für Simone geschaffen. Steil bergan mit den entsprechenden Serpentinen und immer an der Kante lang. 😉 Das Ganze wurde noch verschärft durch den entgegenkommenden Busverkehr, der regelmäßig kleine Schockwellen auslöste.

Strand in Laerdal

Bald war es aber geschafft und der Vindensdalen-Campingplatz wurde angesteuert. Leider kamen wir hier nicht unter (keine Wohnwagen und Womos). Dann eben nicht. Das Laerdal-Fritidcenter tat es dann auch.

Morgen ist eventuell das Aurlandsfjell geplant. Mal sehen, ob meine bessere Hälfte davon überzeugt werden kann.

Eine andere Welt

Montag, 08.07.2013 (158 km)

Gleich morgens, nur noch fix geduscht und ohne Frühstück fuhren wir aufs Aurlandsfjell. Meine bessere Hälfte war auch nur unter dieser Bedingung dazu zu überreden. Die Straße war zugegebenermaßen ein wenig schmal und anfangs auch steil. Glücklicherweise konnten wir nicht zurück *grins*.

Oben auf dem Fjell wurden wir für alle Mühsal beim Hinauffahren entschädigt. Hier oben kam man sich vor wie auf einem anderen Planeten. Auf Grund der Tageszeit kam uns auch nur ein Auto entgegen und die Übernachtungsgäste auf dem Fjell waren noch nicht aufgestanden.

Wer hochfährt, muss auch wieder runter und so wurden die Bremsen ziemlich beansprucht. Am Aussichtspunkt über Aurland, der im Übrigen der Glasterasse in den Rocky Mountains nachempfunden ist, konnte man einen super Blick über den Aurlandsfjord und das Städtchen Aurland genießen.

Und alles wieder ganz allein, ohne „blöde Touris“. Unten angekommen wurde auf einem Parkplatz vor dem Supermarkt gefrühstückt. Mit Puddingschnecken und schönem Kaffee wurde auch bei Simone der Wohlfühlfaktor wieder um einige Stufen angehoben.

Und hier geht’s wieder runter

Ein weiterer Stop wurde am Tvindefossen eingelegt, der einer der bekannteren Wasserfälle ist und natürlich auch von verrückten Japanern belagert wurde. Die hatten wir im Übrigen nicht das letzte Mal gesehen.

Aurland

Danach fuhren wir noch weiter bis Ringoy-Camping. Hier hatte sich nicht viel verändert, was nicht so gut war hinsichtlich der sanitären Anlagen, aber sehr gut, was den Platz direkt am Wasser betraf. Das einzig Störende war für mich die neue Hardangerbrücke. Nach einem kurzen Spaziergang, richtige Möglichkeiten hatte man hier eher nicht, versuchte ich noch zu angeln.

Dienstag, 09.07.2013 (207 km)

Nach Ringoy haben wir uns entschlossen, doch noch mal nachzuschauen, was noch so in Rosendal los ist.

Schlechtes Wetter….

Vorher wollte ich aber in Tyssedal noch zu dem Stausee (Skjeggedal) hinauf, der für die Wasserkraft genutzt wurde oder wird. Die Auffahrt zum See wurde wegen Angstzuständen des Beifahrers abgebrochen. Sehr schade.

… und schlechtes Wetter

Durch Odda und den Folgefonna-Tunnel (mautpflichtig) schafften wir es bei etwas trübem Wetter bis nach Rosendal. Mittlerweile muss hier sogar für den Eintritt im Garten bezahlt werden und das nicht schlecht (ca. 11 € pro Person sollte es kosten). Das war es uns dann doch nicht wert.

Gleich daneben haben wir einen Steingarten entdeckt, der keinen Eintritt verlangte, dem wir aber aus Trotz gespendet haben. Das war unsere Welt. Soooo vieeele schöne Steine, roh, bearbeitet, poliert, grün, und was noch alles. Das Wetter wurde immer schlechter und wir bechlossen, auf die andere Seite des Hardanger, nach Gjermundshamn zu fahren.

Die Fähre fährt allerdings nicht mehr von Lofallstrand sondern von Arsnes.

An der Fähre

Weiter auf der 49, die wir noch gut aus vorangegangenen Urlauben kannten, fuhren wir bei strömendem Regen erst mal bis Bakke. Dieser Zeltplatz sah zwar gut aus, allerdings wollte man uns hier definitiv nicht. So wie die Wohnwagen umbaut waren, war es wohl nur ein Platz für Dauercamper.

Kurz vor Norheimsund warteten wir 30 min an einer Baustelle, weil gesprengt werden sollte. Bis hier hatten wir dieses Jahr noch keine Etappe ohne Baustelle. Der Kvandal-Campingplatz war sanitärtechnisch eine mittlere Katastrophe. Geduscht wurde deshalb nicht. Wir wurden dafür mit einem Regenbogen und einem gut gehenden WLAN entschädigt

Mittwoch, 10.07.2013 (222 km)

Auch heute Morgen wurde aus naheliegenden Gründen auf die Dusche verzichtet und die Strecke führte uns nach einem kurzen Frühstück in Richtung Eidfjord. Ein allerletztes Mal nahmen wir die Fähre zwischen Brimnes und Bruravik. Die ist mittlerweile wegen der neuen Brücke eingestellt worden.

Ein Bus mit japanischen Urlaubern hielt neben uns. Der Bus stand gerade, da wuselten die gesamten Passagiere auf die gegenüberliegende Straßenseite, machten Fotos (vor allem von sich selbst, mit Hintergrund) und wuselten flugs zurück in den Bus. Cool.

Es fuhren viele Busse mit auf die Fähre (alle leer) und auf der Überfahrt kamen wir mit einem der Busfahrer ins Gespräch. Als erstes hat er mir gezeigt, sehr zu meines Beifahrers Freude, wie man Autoscheiben reinigt. Sogar sein Spezialmittel hat er mir zur Verfügung gestellt. Putzen musste ich aber selbst. Sie hat sich fast nicht mehr eingekriegt. Die Busse waren (haben wir später mitbekommen) zur Aida bestellt für einen Ausflug.

Wir sind abgebogen Richtung Hardangervidda und Geilo. Auch das war eine schöne Strecke, konnte dem Aurlandsfjell aber nicht das Wasser reichen. Von Geilo weiter nach Gol und von dort aus über das Golfjell nach Leira.

Auf dem ersten angesteuerten Platz wurden wir wie ungebetene Gäste beobachtet und der war auch nicht so schön. Direkt in Leira haben wir dann einen besseren Platz gefunden.

Donnerstag, 11. 07.2013 bis Samstag, 13.07.2013 (300 km)

In Leira auf dem Zeltplatz konnte man es aushalten. Die sanitären Anlagen waren picobello. Es gab ein Restaurant, Boote und Kanus und viel Spielgelegenheiten für Kinder. Der Platz ist aber riesig. Das war der kleine Wermutstropfen.

Blick auf Leira

Der Typ mit den Hummeln im Arsch hat alle anderen überzeugt, doch den Flaggenberg zu besteigen. Der Trip hat sich gelohnt. Außer einer schönen Aussicht haben wir auch noch gelernt, wie man sich einen See am Haus und eine Wasserfall einrichtet.

Nachmittag bin ich zwar noch mal los, aber nicht sehr weit, denn es war mit 28° C viel zu warm. Die Ostholsteiner, die am Abend kamen waren sehr höflich. Er hat gefragt, ob es uns stört, wenn er hier steht, ob er den Stecker umstecken kann usw. usf.. Verblüffend und lustig.

Abgezweigt….
… und einen Wasserfall für den Privatsee gebaut

Am nächsten Morgen brachen wir mit Ziel Lillehammer auf, welches wir auch nach kurzer Fahrt erreichten. Die Stadt hätte ich mir schöner vorgestellt.

Nach einer kurzen Diskussion, ob wir den Telemarkkanal noch anschauen oder Gammel-Urlaub machen, wurde entschieden, Richtung Schweden zu fahren und uns dort eine ruhigen Platz zu suchen. Nach einer Schotterpiste, die sich E45 nannte, fanden wir den auch bei Torsby. Der Platz hieß Abbas stugby und Camping und hat uns sofort gefallen. So blieben wir auch gleich zwei Tage.

Lillehammer

Sonntag, 14.07.2013 und Montag, 15.07.2013

Heute fing es wieder an zu regnen und so entschlossen wir uns weiter zu ziehen und in Richtung Südosten zu fahren, um in die Nähe der größeren Seen zu gelangen. Der erste kurze Halt war am Värmlandporten.

Schwedisches Stillleben

In Mariestad schauten wir noch mal kurz zu dem dortigen Zeltplatz, weil eigentlich ein Abendessen in dem Pub, in dem wir schon mal waren, vorgesehen war. Das haben wir wegen Überfüllung abgebrochen und sind weiter gefahren.

In Degerfors angekommen schauten wir uns zuerst die Draisinenstrecke an. Das war fest im Plan, hier noch mal zu fahren. Leider war kein Zeltplatz in der Nähe und so ging es noch mal (Degerfors Camping wollten wir nicht noch mal) weiter bis nach Skagern Camp.

Galloway

Vorher haben wir aber noch ein schönes Abendessen zusammengekauft, unser Abschlussessen im Pub war ja ausgefallen.

Nun schon zum dritten Mal an gleicher Stelle (Skagern) nahmen wir uns fest vor, noch ein wenig zu wandern. Am nächsten Tag machten wir uns auf die Socken und sind ca. 22 km durch die Wildnis und ein Stück auch unfreiwillig auf der E20 gelaufen. Meine bessere Hälfte hat es „gefreut“. Zumindest haben wir so einiges noch gesehen.

Dienstag, 16.07.2013 (157 km)

Heute wollten wir unbedingt noch ein Mal mit der Draisine fahren. Ich hatte schon am Sonntag angerufen und uns in Gullspang angemeldet. Das war auch notwendig, denn Montag hatten wir nix bekommen. Direkt in der Herberge haben wir dann bezahlt und den Schlüssel entgegengenommen.

Draisinenbahnhof
Auf der Strecke
Axamo Camping

Verabschiedet wurden wir mit dem Hinweis, doch möglichst nicht die Strecke nach Degerfors zu nehmen, also nördlich. Hier wäre alles zugewachsen. Als Ungläubige haben wir erst mal die nördliche Strecke genommen und standen prompt vor mehreren Birken, die mitten auf den Gleisen wuchsen.

Unseren ehemaligen Frühstücksplatz haben wir passiert und sind noch einige Kilometer weiter gefahren. Unterwegs haben wir auch mehrere Draisinenfahrer getroffen, darunter auch einige Deutsche. Die waren auch die Einzigen, die sich über die nicht befahrbare Strecke nach Degefors aufgeregt haben.

Nach unserem Eisenbahnausflug schauten wir uns den Platz in Mullsjö an und verwarfen ihn und fuhren noch bis zum Axamo Camping. Der Platz war jetzt zwar auch kein Highlight, aber für eine Nacht ging es.

Mittwoch, 17.07.2013 (565 km)

Heute ging es dann endgültig Richtung Heimat. Zwischendurch haben wir noch unsere letzten Schwedenkronen auf den Kopf gehauen

Pünktlich an der Fähre und pünktlich zu Hause. Am nächsten Tag musste ich noch das Auto wieder hinbringen, und bin glatt am darauffolgenden Tag nochmals hingefahren, um das hinzubringen, was wir vergessen hatten.


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