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Schweiz 2009

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Sonntag, 07.06.2009

Das Mopped wird verladen

Das Mopped wird verladen

Und wieder war es mal am Tage nach einer Rallye „Stettiner Haff“, als es losging auf große Fahrt gen Eidgenossen. Ein Freund, der vor einigen Jahren dorthin ausgewandert war, hatte mich eingeladen. Dafür kann ich ihm nur herzlich danken, denn es war eine wunderschöne Woche zwischen Bodensee und Alpen.

Natürlich nicht nur dazwischen, sondern auch mittendrin (in den Alpen). Meinen Motorradführerschein hatte ich ja noch nicht so lange, weshalb ich mich entschloss, ein größeres Stück mit dem Autozug zu fahren. Mit den beiden Givi-Koffern hatte ich zwar ein bisschen mehr Stauraum als bisher, trotzdem war das Packen ein Weg des Verzichts. Um den Autozug zu besteigen musste ich erst einmal nach Berlin Wannsee fahren.

Morgens in München

Morgens in München

Über Prenzlau und die B96 ging es am Sonntag, nachmittags Richtung Berlin. Einzig die Einfahrt zum Bahnhof, die habe ich natürlich prompt verpasst. Das merkte ich dann nach ca. zwei Kilometern an den Wegweisern. Ich hatte mir den Nachtzug ausgesucht, weil ich ausgeruht in München weiterfahren wollte.

Auf der Fähre über den Bodensee

Auf der Fähre über den Bodensee

Es dauerte dann doch noch eine ganze Weile bis die ersten Autos und Motorräder auf den Zug rollen durften. Es dämmerte als ich dann auch endlich losfahren konnte. Den Helm sollte man dabei unbedingt auf dem Kopf behalten, denn die Durchfahrten sind ganz schön niedrig. Trotz meiner fehlenden Gardemaße hat es einmal geklingelt. Zum Glück nur leicht. Nachdem die Hummel (so nenne ich mein Mopped, wegen der Farbe) verzurrt war, nahm ich schweren Herzens für eine Nacht Abschied und suchte die Matratze, auf der ich mein müdes Haupt betten konnte. Der Zug fuhr relativ pünktlich (ich glaube 22:30 Uhr) los und ich machte mich „bettfertig“ ;-). Lange habe ich zum Einschlafen nicht gebraucht.

Montag 08.06.2009

Um 07:00 morgens fuhr der Zug, bei strahlendem Sonnenschein, in den Münchner Bahnhof ein und 30 Minuten später konnte ich meine Hummel vom Hänger fahren. Nach einer 10-Minuten-Rundumorientierung, bin ich in Richtung Südwest aus München rausgefahren. Selbstverständlich um kurz hinter dem Bahnhof falsch abzubiegen.

Fußgängerbrücke in Luzern

Fußgängerbrücke in Luzern

Nach einer kurzen Irritation war ich aber wieder in der Spur und düste nach Friedrichshafen. Wenn ich schon mal hier unten im Süden war, wollte ich auch wenigstens einmal den Bodensee mit der Fähre überqueren. Kurz vor zwölf und nach einem strengen Zöllnerblick schipperte der Schweiz entgegen.

Die Fähren sehen hier schon ein wenig anders aus als bei uns im Norden, vor allem sind sie kleiner. Ankunft war nach einer knappen Stunde in Romanshorn/Schweiz. Die Überfahrt war ruhig, aber das Wetter wollte noch nicht so richtig mitspielen. Über Amriswill nach Winterthur (diesen Ort kenne ich doch irgendwie) und weiter auf der A7,A1 7 bzw. 26 meinem Ziel entgegen. Im ersten Augenblick habe ich gar nicht gemerkt, dass ich schon in Reinach AG war. Nach einigen Ortsdurchquerungen 😉 hat sich dann mein Freund erbarmt und kam auf die Straße um mich einzuweisen.

Der Kaffegenuss

Der Kaffegenuss

Das Bike kam in die Tiefgarage und ich ins Wohnzimmer, wo erst einmal ein Kaffee getrunken wurde. Danach haben wir einen kleinen Abstecher nach Luzern gemacht um uns die Stadt anzusehen und Kaffee zu kaufen. In dem Kaffeeshop, in dem wir waren, würde ich auch immer wieder einkaufen. Weil es so schön war, haben wir uns auch gleich noch einen Kaffee vor Ort genehmigt.

Anschließend bekam ich eine kleine Stadtführung war auch interessant. Die Geschichte der Stadt reicht weit zurück. Mit einem abschließenden Kaffee am Rathausquai mit schönem Blick auf die Kapellbrücke und den Wasserturm, beendeten wir unseren Stadtbummel und fuhren zurück nach Reinach. Hier wurde der nächste Tag geplant.

Dienstag 09.06.2009

Geplant war an diesem Tag die erste Tour über einige Pässe. Nach einem kurzen Blick aus dem Fenster wurde dann schnell ein Alternativplan aufgestellt. Der Himmel war grau in grau und es regnete, nicht gerade heftig, dafür aber stetig.

Ich kanns kaum erwarten

Ich kanns kaum erwarten

Etwas höher schneite es sogar und das im Juni. Wir haben uns für das Auto entschieden und sind Richtung Berge losgedüst. Unser erster Halt war am Grimselsee. Dort hatte ich schon mal einen ersten Ausblick auf die schönen Straßen, die auf mich und meine Hummel warteten.

Schnee im Sommer

Schnee im Sommer

Ein paar Kilometer weiter hielten wir nochmal kurz, weil ich unbedingt ein Foto mit dem vielen Schnee drauf brauchte. Anfassen musste selbstverständlich auch sein. Nach dem Brünigpass 1008m, war der Grimselpass (2164m) der erste ernstzunehmende Pass, den ich in der Schweiz überquert habe. Sozusagen eine Premiere. Leider wegen des Wetters nicht auf dem Mopped, sondern im Auto.

Nach einer Fahrt durch traumhafte Landschaft und bei Schweinewetter machten wir Rast in einer kleinen Kneipe am Rhonegletscher. Raus aus dem Auto, rein in den Souveniershop und erst mal ein Basecap gekauft, denn es fing zu schneien an. Nach einem kleinen Imbiss konnten wir der Kälte aber wieder trotzen.

Glacier-Express

Glacier-Express

Wir fuhren noch an einer Stelle vorbei, an der die Natur ganze Arbeit geleistet hat und ich feststellen musste, dass die Schweizer auch in einigen Gegenden gefährlich leben. Zwei große Brocken waren den Berg runtergekommen und hatten eine Hütte zermalmt.

Ein weiteres Highlight war die Sichtung des Glacier-Express, der gerade über eine Brücke „raste“. Kurz vor Ende unserer Tour wurde das Wetter sogar noch schön. Leider nicht viel wärmer. Also haben wir in uns in Beckenried noch bei einem Kaffee aufgewärmt, bevor wir den Weg nach Hause antraten.

 

 

Rosenlaui-Hotel

Rosenlaui-Hotel

Und der passende Gletscher

Und der passende Gletscher

Erst ziemlich steil

Erst ziemlich steil

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag 10.06.2009

... und dann gefährlich glatt

… und dann gefährlich glatt

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit einem leckeren frischen Kaffe aus der Kapsel (hatten wir am Vortag noch in Luzern eingekauft), war heute Wandertag angesagt. Da ich auch gern wandere und klettere, war mir das mehr als recht. Im Auto bis zum Fuße des Rosenlaui-Gletschers brauchten wir ca. 1,5 h. Am Hotel Rosenlaui, gleichzeitig kleinster Ort der Schweiz, angekommen, wurde im Grünen geparkt und los ging es.

Zuerst einen kleinen Anstieg bis zum Wanderweg an dessen Anfang erst mal eine Kasse stand. Also Eintritt bezahlt und ab in die Gletscherschlucht. Das war schon mal das erste Highlight. Der Weg führte durch eine Schlucht, die sich das Wasser in Jahrmillionen gegraben hatte. Die Schweizer haben allerdings mehr Mitleid mit den Wanderern als die Norweger und haben ihren Weg mit Geländern ausgestattet. Vorbei an mehreren Wasserfällen wurde der Anstieg etwas steiler. Auch hier sah man die selbstgebauten Türmchen um die Geister zu vertreiben.

Wieder im Freien, sah ich das ganze Ausmaß der Schwierigkeiten, die noch vor uns lagen. Die Wanderstöcke, die mir freundlicherweise geliehen wurden erfüllten ihren Zweck sehr gut und so wurde der ziemlich steile Anstieg etwas gemildert.

Trotz der Stöcke kam ich ganz schön ins Schwitzen. Unterwegs haben wir immer mal angehalten um die Schönheiten um uns herum zu bestaunen. Ein Blick auf den Rosenlauigletscher (schööööön), einer nach unten (huh, ganz schön hoch) und einer nach oben (noch ganz schön weit) und weiter.

Das Ziel kommt näher

Das Ziel kommt näher

Irgendwann waren wir dann am höchsten Punkt und eine Rast war angesagt. Die war auch nötig und wir labten uns an Brötchen und leckerem Schinken. Hier habe ich mich voll auf meinen Begleiter verlassen und wurde nicht enttäuscht. Ein paar Gebirgsdohlen schauten uns mit hungrigen Augen zu und hatten schließlich auch noch ein paar Brocken von unserem üppigen Mahl.

Blick ins Tal

Blick ins Tal

Eine gute halbe Stunde später machten wir uns wieder auf die Socken, der nächsten Schwierigkeit entgegen. Das war ein Schneebrett, das wir für das Erreichen unseres Zieles unbedingt überqueren mussten. Ein bisschen mulmig war mir da schon, denn es ging ziemlich tief runter. Nicht auszudenken hier abzurutschen. Um mit einem Verflossenen zu sprechen: „Den Rutsch in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf“. Trotz allen Widrigkeiten schafften wir den Weg bis zur Engelhornhütte 1901m am Berg.

Eigentlich bin ich doch kaputt

Eigentlich bin ich doch kaputt

Ab jetzt führte uns der Weg nur noch abwärts. Unten angekommen war eine Bank ein willkommener Rastplatz. Die Füße waren noch ganz in Ordnung, mussten aber dringend entlüftet werden. Auf dem Rückweg mussten wir noch eine ganze Weile an einer Brücke warten, weil ein großer Bulle (und ich meine das Rind, also nix Falsches denken) den Weg versperrte. Zu Hause angekommen wurde dann erst mal ein schönes Bier gezischt. Anschließend haben wir den Tag Revue passieren lassen, wie man unschwer erkennen kann. Für morgen ist dann eine Pässetour mit Mopped geplant.

Donnerstag 11.06.2009

Leider war noch geschlossen

Leider war noch geschlossen

Heute war endlich Motorrad fahren angesagt und das Wetter war auch einigermaßen. Da ich ja ein ziemlicher Frischling in der Schweiz war, fuhr der zweite Mann mit dem Auto hinterher bzw. (und ich weiß gar nicht was öfter vorkam) vornweg. Die Hummel sehnte sich nach Kurven und die hatten wir auch reichlich. Leider oft viel zu langsam weil viel Verkehr war. Nach einer Weile lichtete sich auch dieser ein wenig und wir konnten twas zügiger fahren.

Der Sustenpass 2224 m

Der Sustenpass 2224 m

Zuerst nahmen wir die Strecke, die wir am Vortag abgespult hatten. In einem der ersten Orte nach Reinach, in Beromünster, trafen wir auf eine Prozession der Kirchgemeinde. Irgendwie hatte ich als Atheist wohl ein Kirchenfest verpasst. Ich glaube an dem Tag war Fronleichnam. Nachdem alle vorbei waren konnten wir weiterfahren, den Bergen entgegen. Nach einem kurzen Tankstopp zum supergünstigen Preis von 1,67 pro Liter (natürlich Franken, 1,39 €) war der Brünigpass vorbei, ohne dass ich es gemerkt habe.

Nach URI

Nach URI

An der nächsten Kreuzung haben wir die Streckenführung angepasst. Just am Vortage wurde der Sustenpass geöffnet, der bei unseren bisherigen Touren immer noch rot am Schild stand.

Dies war mit 2224 m der zweithöchste Pass auf unserer Strecke. In dieser Höhe waren es nur ziemlich kühle 2 ° Celsius und man fuhr schon in den Wolken. Wohl dem der warme Kleider hat. Leider war dadurch auch eine natürliche Geschwindigkeitsbegrenzung gesetzt. Ist der Asphalt war kalt und nass, nimm die Hand vom Gas.

An der nächsten Attraktion, der Triftbahn haben wir gehalten, weil ich unbedingt mal über diese Hängebrücke wollte. Leider hatte niemand Dienst und so mussten wir diesen Punkt leider ausfallen lassen. Wie ich dann erfuhr hätte das sowieso einen ganzen Tag in Anspruch genommen und wäre somit nicht in Frage gekommen.

Donnerstag 11.06.2009

Teufelsschlucht

Teufelsschlucht

Weiter bergab, bergauf, Kurve links, Kurve rechts, rein in den Kreuzworträtsel-Kanton Uri, bis die Teufelsbrücke erreicht war. Hier gibt es auch ein Russendenkmal von General Suworow. Das war aber schon zu Napoleons Zeiten und es ist immer noch russisches Gebiet. Gut war, dass die historische Kneipe offen hatte und wir unseren Hunger mit Spaghetti Bolognese stillen konnten. Hat ganz lecker geschmeckt, trotz des Schweizer Preises.

Am höchsten Punkt

Am höchsten Punkt

Unsere Mittagspause neigte sich gerade ihrem Ende entgegen, da besetzte die Schweizer Garde, äh Armee den Platz vor dem Denkmal. Flugs wurden die Klettergurte und die restliche Steigausrüstung ausgepackt und an-gelegt, schon klebten sie am Fels. Das haben wir uns noch eine Weile an-geschaut. Bei der Gelegenheit erfuhr ich auch, dass die Schweizer ihre Waffe zu Hause haben. Eine waffenstarrende Conföderation. also (Aber Vorsicht. Is cool men.).

Richtige Spaßstraßen

Richtige Spaßstraßen

Steil bergan strebten wir jetzt der höchsten Stelle unserer Tour zu, dem Furkapass. Mit 2436 m und minus 1 ° Celsius war das mein höchster und gleichzeitig kältester Punkt, den ich in der Schweiz bisher erreicht habe. An die mehr als zwei Meter Schnee am Straßenrand, hatte ich mich schon so gewöhnt, dass ich sie kaum noch wahrnahm.

Ab sofort ging es wieder abwärts. An einem Punkt haben wir nochmal gehalten um die tolle Aussicht zu genießen (siehe Bild). Bei diesem Anblick sind schlechtes Wetter und Kälte einfach nicht mehr vorhanden.

Donnerstag 11.06.2009

So ein Haufen

So ein Haufen

In Gletsch, am Fuße des Rhonegletschers, sahen wir uns noch eine kleine aber feine Kirche an. Sehr gepflegt und trotz ihres schon fortgeschrittenen Alters gut in Schuss. Der letzte Pass den es zu überwinden galt war der Grimselpass. Immerhin auch noch 2165 m hoch und total im Nebel. Das Schneebild war das Letzte, was auf meiner to-do-Liste stand. Schon beeindruckend wenn man neben einer Schneemasse steht, die dreimal so hoch ist wie man selbst. Auf nassen Straßen, es hatte inzwischen angefangen zu regnen fuhren wir über Guttannen wieder in Richtung Reinach. Nach einer kurzen Auswertung war auch dieser schöne Tag leider zu Ende.

Freitag, 12.06.2009

An diesem Tag bin ich ein wenig später aufgestanden denn gestern war ja der letzte Abend. Lust zurückzufahren hatte ich definitiv noch keine. Wäre lieber noch ein bisschen rumgegurkt.

Noch am Bodensee

Noch am Bodensee

Nach einem leckeren Frühstück fuhr ich von Reinach wieder los. Nur die fiesen Einrichtungen der Schweizer Verkehrs-polizei, die auch noch in beide Richtungen schauen trübten den Fahrgenuss etwas. Da muss man schon ständig aufpassen. Die Strafen hier sind ganz schön deftig.

Zuerst bis nach München, um auf den Autozug aufzuspringen.Ich fuhr am Anfang immer entlang des Bodensees, was bei schönem Wetter sehr entspannend ist. Der Autozug brachte mich auch wieder sicher nach Hause. Mehr gibt’s zu diesem Tag wirklich nicht zu sagen. Eben ein typischer Abreisetag.

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