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Sognefjord 2004

 

Donnerstag 15.07.2004

Seezeichen in Sassnitz

Seezeichen in Sassnitz

Leider schreibe ich diesen Bericht etwas später und werde wahrscheinlich nicht mehr alles so zusammen kriegen, wie ich mir das eigentlich wünsche. Egal, es geht schon irgendwie. Nachdem am Vortag der Rest der Familie aus dem Süden eingetroffen war, gab es ein kurzes Briefing von mir. Dann wurde gepackt und das war wie immer ein Akt für sich. Als ich alles endlich verstaut hatte, fragte einer: „Wo ist eigentlich die Kühltasche?“. Rrrrrrrrrr•• Also nochmal von vorn. Irgendwann hatten wir alles verstaut und legten uns noch ein wenig zur Ruhe, schließlich sollte die Nacht zu Ende sein, bevor sie angefangen hatte.

Freitag, 16.07.2004

Hafen Trelleborg

Hafen Trelleborg

03:00 Uhr wurde gefrühstückt und danach wurden noch einige Vorbereitungen für die Fahrt getroffen und gefrühstückt. 07:00 Uhr waren wir pünktlich auf der Fähre und fuhren kurz darauf unter strahlend blauem Himmel Richtung Trelleborg. Gegen 11:00 Uhr verließen wir in Schweden die Fähre, um die ersten zig Kilometer Richtung Norge anzugehen. Über Malmö, Helsingborg, Göteborg war unsere erste Etappe. Mittagessen gabs unterwegs, so gegen 16:00 Uhr mit Köttbullar, Preiselbeersoße und Kartoffelpüree (für uns das erste Mal). Kurz hinter der norwegischen Grenze (Nähe Sarpsborg) mieteten wir uns ein kleines Häuschen auf einem Zeltplatz. Zum Übernachten hat es gereicht (länger bleiben würde ich hier nicht). Nachdem der Chef (Papa) in der „Waschkaue“ war, gab es noch ein Bier als Schlummertrunk und dann wurden geschlafen.

Samstag 17.07.2004 (423 km)

Früh um 06:30 ging es weiter. Nachdem die Beschwerden der Crew überhand nahmen, die, welch Frevel, ohne Kaffee oder anderes warmes Getränk auf die Piste geschubst wurden, energischer wurden, lenkte ich kurz hinter Oslo ein und das Auto zu einer Raststätte. Nach einem Cappuccino war der Frieden wiederhergestellt und es konnte unter strahlend blauem Himmel weitergehen.

Entlang des Tyrifjords auf der RV7 fuhren wir über Hönefoss bis nach Gol. Hier wurden die Vorräte an Obst aufgefrischt und es wurde noch eine Kleinigkeit gegessen. Auf der RV 52 führte die Route über Hemsedal und das Hochland bis Borgund. Wir bestaunten die Stabkirche, die ich nur empfehlen kann. Wirklich ein imposantes Bauwerk. Vor uns waren gerade mehrere Busse mit Touristen eingetroffen, so dass wir zähneknirschend auf die Besichtigung des Inneren verzichtet haben.

Kleine Stärkung

Kleine Stärkung

Stabkirche Borlaug

Stabkirche Borlaug

Feriecenter Laerdal

Feriecenter Laerdal

Das Wetter hatte auch einen Einbruch, es regnete. Nach einer weiteren recht kurzen Strecke auf der E16 bis zum Ferienpark Laerdal hatten wir unser heutiges Tagesziel erreicht. Das Häuschen hier unterschied sich wesentlich von unserer gestrigen Unterkunft. Viel mehr Qualität und natürlich viel mehr Kosten. Ansonsten ist der Ferienpark schön gelegen und hat alles was man braucht. Wir hatten endlich den ersten Ausläufer des Sognefjords erreicht. Nach der Anstrengung wurde auch bald geschlafen.

Sonntag 18.07.2004 (205 km)

Regen, Regen, Regen

Regen, Regen, Regen

Heute wurde nicht ganz so früh aufgestanden, schließlich waren wir „fast“ am Ziel. Die erste Etappe auf der RV 5 endete in strömendem Regen am Fähranleger Fodnes. Die Fähre fuhr uns gerade vor der Nase weg. Glücklicherweise sind die Wartezeiten bis zur nächsten Fähre nicht allzulang (ungefähr 20 min.), da es scheinbar auch eine viel befahrene Strecke ist. Uns kam es jedenfalls so vor. Nach Kaupanger fuhren wir immer noch im Regen in Sogndal ein. Wir wechselten auf die RV 55, um in Hella die nächste Fähre zu nehmen. In Leikanger haben wir noch einen kurzen Beobachtungs-Stopp eingelegt. Die Sognefjordstraße, wie sie genannt wird ist einfach nur schön.

Es blinkt ein einsam Segel

Es blinkt ein einsam Segel

Mit der Fähre von Hella nach Dragsvik fuhren wir weiter auf der RV 55 in einem großen Bogen bis zum Urlaubsdomizil des deutschen Kaisers- Balestrand.

Auf dieser Straße hatte ich schon einige Adrenalinschübe, wenn z. B. ein Bus um die uneinsehbare Ecke geschossen kam. Wer hier fährt, sollte sich auf Durchschnittsgeschwindigkeiten von 40 km/h plus minus 10 einstellen. Die Aussicht machte diese Anstrengung aber mehr als wett.

Unser Häuschen

Unser Häuschen

In Lavik nahmen wir die Fähre nach Oppedal und damit unser letztes Wegstück in Angriff. Zuerst auf der E39 und der FV 1 nach Brekke, dann vorbei an Brekkestranda bis zu unserem Ferienhaus, ungefähr 18 km hinter Brekke. Nach dem Auspacken wurde schon mal die Angelausrüstung startklar gemacht.

Danach noch ein kleiner Ausflug auf den Berg, auf dem die Kühe unseres Vermieters Bergwandern übten. Direkt neben dem Haus floss ein kleiner Bach. Es war einfach idyllisch.

Montag, 19.07.2004 und Dienstag, 20.07.2004

Ausnahmsweise ein breiter Weg

Ausnahmsweise ein breiter Weg

Wir erkundeten unsere Einkaufsmöglichkeit in Brekke. Wie zu Hause, ein kleiner Dorfkonsum in Brekke mit einem erstaunlich guten Sortiment. Obst, Gemüse und ein paar Kleinigkeiten für 285 Kronen. Nach der Rückkehr, machten wir uns zu zweit auf zum Angeln. Dazu musste ein steiler Abhang überwunden werden. Das Boot lag etwas weiter draußen und wir mussten es erst mal ranziehen.

Hafen in Dingja

Hafen in Dingja

Im Schuppen fanden wir Netze und Schwimmwesten, die wir auch gleichvorbildlich anlegten. Weit raus mussten wir nicht, denn ungefähr 30 m vom Ufer betrug die Tiefe schon um die 130 Meter. Das ist beim Angeln ziemlich anstrengend. Ergebnis war ein schöner Leng, der auch gleich zum Abendessen verspeist wurde.

Am nächsten Morgen wurden wir vom Traktor unseres Vermieters geweckt, der seinen Kühen Futter brachte. Der Hang war so steil, das er rückwärts hochfahren musste. Nach einem schönen Frühstück erkundeten wir die Gegend Richtung Rutledal. Hier schauten wir gleich einmal nach den Abfahrtszeiten der Fähre. Irgendwann wollten wir auch das Inselhopping probieren.

Ein Nebenarm des Sognefjords

Ein Nebenarm des Sognefjords

Unterwegs sahen wir eine Kreuzotter, die sich am Straßenrand sonnte. Die Erkundungstouren setzten sich nachmittags fort. Allerdings wurde nun das Auto benutzt und auf der Rv57 und danach auf der Fv 7 über Eivindvik nach Dingja gefahren.

Das war so ziemlich der westlichste Ort in unserem Streifen, den man ohne Fähre erreichen konnte. Außer vielen Booten und viel Wasser war hier aber nichts weiter zu sehen. Das scheint hier ein Tank- und Einkaufsstopp für Boote zu sein. Weiter an der Küste entlang, mit vielen Zwischenstopps zum Fotografieren.

Mittwoch, 21.07.2004 und Donnerstag, 22.07.2004

Bahnhof FloibahnEs war zwar nicht um die Ecke, trotzdem wollten wir heute nach Bergen. Ein Parkplatz war schnell gefunden (75 Kronen), aber keiner wusste genau wo wir waren und wo es lang ging. Nach einigem auf und ab in Bergens schönen Straßen, hatten wir die Orientierung wiedergefunden.

Bergen von obenAls erstes war die Besichtigung des Fischmarkts angesagt. Völlig aus heiterem Himmel wurden wir deutsch angesprochen und schon fast genötigt, Fisch zu kaufen. Der Verkäufer war ziemlich hartnäckig. Trotz aller Überredungskunst haben wir es geschafft, ihm zu entkommen, um die Tyskebryggen anzuschauen. Wir waren angenehm überrascht wie gut man die ganzen Gebäude hier in Schuss hält.

Bergen hat auch noch weitere sehenswerte Seiten. So zum Beispiel das Restaurant Egon, in dem wir einen kurzen Imbiss zu uns nahmen. Anschließend fuhren wir mit der Floibahn auf den Floyen und besahen uns Bergen von oben. Eine phantastische Aussicht und immer einen Versuch wert.

Ziemlich steiler Anstieg

Ziemlich steiler Anstieg

Wir hatten auch noch einigermaßen Glück mit dem Wetter und haben keinen der 248 Regentage pro Jahr erwischt. Am nächsten Tag war Entspannen und Angeln angesagt. Unseren Fang, zwei ziemlich große Dorsche verspeisten wir dann auch gleich zum Mittag. Abtrainiert wurde wieder mit einer kurzen Wanderung.

Freitag, 23.07.2004 und Samstag 24.07.2004

Es war trübe und es viel ein leichter Nieselregen. So beschlossen wir der Flamsbana einen Besuch abzustatten. Erst nahmen wir die E39 und anschließend die E16, vorbei am Naroyfjord (fantastische Aussicht) bis nach Flam. Eine besondere Herausforderung war die Parkplatzsuche in der Nähe der Flamsbana. So wie die Parkplätze, war auch die Bahn knackig voll.

Folklore für uns Touris

Folklore für uns Touris

Die Fahrt ging relativ flach los und wurde mit der Zeit immer steiler. Beeindruckende Landschaft. So ziemlich in der Mitte hielt der Zug zur Besichtigung des Wasserfalls Kjosfossen (mit Folklore-Einlage). Ich fands gut, weiß aber nicht mehr worum es ging.

Es geht weit runter

Es geht weit runter

Bis hier hatten wir schon einen Höhenunterschied von 670 Metern bewältigt. In Myrdal waren wir dann 866 Meter aufgestiegen und es war schon ziemlich kühl. Ein kluger Mann baut vor und so hatten wir uns warme Sachen mitgenommen. Danach ging es wieder runter nach Flam.

Am nächsten Tag war dann wieder Entspannen angesagt mit einer kleinen Wanderung entlang des Fjords. Verpflegung gab es unterwegs in Form von Heidelbeeren. Lecker. Verpflegung gab es unterwegs in Form von Heidelbeeren. Lecker. Auf dem Weg fanden wir noch Reste von Bunkeranlagen. Die praktischen Norweger hatten sich hier so etwas wie eine kleine Bar eingerichtet.

Geisterfahrer

Geisterfahrer

Die Anlagen findet man aber nur, wenn man den oberen Waldweg benutzt und nicht die Straße Richtung Rutledal. Der Ausblick auf den Fjord war auch durch die engen Schießscharten phantastisch. Fotos können so etwas manchmal gar nicht wiedergeben.

Sonntag, 25.07.2004 bis Dienstag, 27.07.2004

Noch ein Nebenarm

Noch ein Nebenarm

Das Wetter war heute ganz besonders mies und so hatte keiner recht Lust was zu unternehmen. Durch den ständigen Regen, der auch in der Nacht weiterging, war unser Bach zu einem „reißenden Fluss“ angewachsen. Am Montag war das Wetter wieder besser und wir machten einen weiteren Einkauf im Dorfladen.

Abendstimmung

Abendstimmung

Damit wenigstens irgendetwas passierte fuhr ich über die Fv 379 und Rv 57 nach Brekke zurück. Auf der anderen Seite des Berges war es landschaftlich auch sehr schön und es gab einen Laden mit Eis! Am Dienstag waren wieder Wanderungen auf dem Programm, um die Umgebung zu erkunden.

Auch der nächste Angelausflug brachte mit zwei Dorschen und einem Pollack ein super Ergebnis. Das Abendessen war gerettet. Lecker mit Butter, Zitronen, Wein und Gewürzen gebacken, schmeckte der frische Fisch hervorragend.

 

Mittwoch, 28.07.2004

Blick von oben

Blick von oben

Ich hatte mich aufgemacht den Fjordberg zu ersteigen. Laut einer Beschreibung, die ich im Haus fand, sollte man das in 45 min. schaffen. Die Zeit habe ich schon mal mit der Suche nach dem Weg verbraucht. Selbst ein Einheimischer wusste es nicht so genau und sagte nur, dass das hier irgendwo wäre. Ein zweiter hat mir dann den Weg gezeigt. Allein hätte ich den nie gefunden.

Über Stock und Stein, auf einem Weg, der manchmal im Dickicht verschwand, kämpfte ich mich langsam aber sicher nach oben. Gerade als ich aus dem Wald heraus kam und schon frohlockte, dass es jetzt einfacher werden würde, passierte es.

Die letzte Meile

Die letzte Meile

Ich stand nach zwei Schritten mit beiden Füßen bis über die Knöchel im Wasser. Damit hatte ich ja nun gar nicht gerechnet. Spätestens jetzt nahm ich mir vor, nie wieder mit Turnschuhen einen solchen Aufstieg zu machen.

Die 45 Minuten aus der Wegbeschreibung, hatte ich schon um mindestens eine halbe Stunde überschritten und war immer noch nicht oben. Nach dieser Feststellung konnte ich mir vorstellen, dass meine Leute schon kurz davor waren die Rettungskräfte zu alarmieren. Also ließ ich die letzten 100 Höhenmetern weg und machte mich auf den Rückweg.

Wer weiß, ob ich es mit meinen nassen Schuhen überhaupt noch bis nach oben geschafft hätte. Nach ca. 3,5 Stunden war ich dann wieder unten. Bei Zeitangaben von Wegbeschreibungen, die Norweger erstellt haben, werde ich in Zukunft vorsichtig sein.

Blaue Stunde mitten am Tag

Blaue Stunde mitten am Tag

Donnerstag, 29.07.2004 und Freitag, 30.07.2004

Nach einem guten Frühstück sollte es heute zum Inselhopping gehen. Von Rutledal schwammen wir mit der Fähre zuerst nach Krakhella. Auf der 606 erkundeten wir die erste Insel, deren Name ich nicht mehr weiß. Leider konnten auch die Jungs von Goggel nicht helfen. Danach auf der FV 32 über Sula bis es nicht mehr weiterging. Die Straßen waren hier noch schmaler als auf dem Festland und die Landschaft sah wieder völlig anders aus. Auf der gleichen Straße ging es zurück und auf der 606 durch kleine Fischerdörfer, wie Hardbakke bis zur nächsten Insel Stolane.

Fußgänger wohin man schaut

Fußgänger wohin man schaut

Die beiden Inseln sind durch eine kleine Brücke miteinander verbunden. Über eine weitere Brücke setzten wir auf Ranoyna über und gelangten so zum nächsten Fähranleger Ekrevika. Mit dem Schiff nach Haldorsneset und somit auf die Insel Ytre Sula.

Angeblich soll ja hier eine gute Angelgegend sein. Die Abfahrtszeiten der Fähre sollte man sich gleich anschauen bevor man auf der Insel festhängt. Hier fahren sie nämlich nicht so oft. Immer weiter ging es die FV31 lang bis zur Insel Nara. Von weitem sah es gar nicht so aus als ob man diese Brücke mit dem Auto passieren konnte. Aber es klappte.

Nicht auf Sand gebaut

Nicht auf Sand gebaut

Von hier aus hätten wir bei klarem Wetter vielleicht sogar Dingja sehen können. Zurück nahmen wir zwangsläufig den selben Weg und waren wieder pünktlich zur Abfahrt an der Fähre. Am Freitag haben wir nur noch mal eine Abschiedswanderung auf den Fjordberg gemacht.

Samstag, 31.07.2004

Samstag, 31.07.2004 Früh am Morgen, der uns mit Sonne verwöhnte machten wir uns schweren Herzens auf den Rückweg. Vorbei an Ingvars Hof durch Brekke in Richtung Fähre. Im Prinzip sind wir den gleichen Weg wieder zurückgefahren. Unterwegs wollten wir erst noch irgendwo übernachten, haben uns dann aber anders entschieden und sind bis nach Hause durchgefahren. Einhellige Meinung aller: Norwegen wir kommen wieder!

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2 Kommentare

  1. Norge_Cat

    Hallo!
    Mit den Zeitangaben der Norweger für Wanderungen hast du Recht – denen darf man nicht trauen. Kann sein, dass so mancher Norweger diese Zeiten wirklich schafft, die haben darin dann die entsprechende Übung. Aber als ich 2010 auf den Kjerag zum Kjeragbolten (Lysefjord) gekraxelt bin, habe ich auch viel länger gebraucht als angegeben. Deinen Bericht fand ich sehr interessant – habe ihn erst jetzt gelesen, da ich durch das Forum „Norwegenfreunde“ darauf aufmerksam geworden bin.
    LG
    Norge_Cat 😉

  2. kazi

    Danke für das Lob. Die einzige Wanderung, die ich jemals in der angegebenen Zeit geschafft habe war die zum Preikestolen. Da bin ich aber auch schon kurz nach 7 Uhr losgezogen. Für das frühe Aufstehen wurde ich aber auch belohnt. Ich war einer von nur 5 oder 6 Leuten oben auf der Kanzel. Der große Run kam mir auf dem Rückweg entgegen. 🙂

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