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Mittelnorwegen 2008

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Dienstag 15.07.08

Fänger und Gefangene

Fänger und Gefangene

Dieses Jahr haben wir uns das ersten Mal ein ziemlich großes Wohnmobil ausgeliehen, eine Chausson Welcome 28, acht Meter lang und ziemlich breit. Im Heckbereich war sogar genügend Stauraum um die Fahrräder unterzubringen und selbstverständlich auch einen Teil der Vorräte. Das Bier und auch andere Lebensmittel des täglichen Bedarfs hatten es schon kühl und dunkel. Alles andere an Gepäck wurde gleich in den Schränken verstaut, von denen ausreichend vorhanden waren. Das ist an einem Wohnmobil ganz praktisch. Der Kühlschrank und der Tiefkühlschrank wurden bestückt und die Küchenutensilien verstaut. Nach ca. 2,5 Stunden war ich mit der ganzen Geschichte fertig.

 

 

 

Mittwoch, 16.07.08 (160 km)

Der Skagern am Abend

Der Skagern am Abend

Kurz vor Mitternacht fuhren wir los in Richtung Sassnitz. Zum ersten Mal seit Erbauung sind wir über die neue Rügenbrücke in Stralsund gefahren. Für neu war das Ganze ziemlich holprig. Wie immer viel zu früh am Fährterminal mussten wir noch über ein Stunde warten bis wir auf die Fähre durften. Mit dem, für mich jedenfalls, Riesenteil von Wohnmobil, war das gar nicht so einfach. Man muss sich auch daran erst gewöhnen. Alles hat geklappt und die Fähre ist heil geblieben. Die Überfahrt verlief auch sonst ohne Zwischenfälle.

 

 

 

Donnerstag, 17.07.08 (529 km)

Kleine Bucht am Skagern

Kleine Bucht am Skagern

Kurz nach 7 Uhr fuhren wir in Trelleborg von der Fähre und im Regen Richtung Norden. Der Regen war ein gutes Zeichen, es konnte nur noch besser werden. Vom Fährhafen über Malmö, Landskrona nach Helsingborg. Hier wechselten wir auf die E4. Unsere Tochter hat von der ganzen Fahrt nicht all zu viel mitbekommen, sondern die ganze Zeit im Alkhoven geschlafen. Erste Rast hielten wir auf einem Platz in der Nähe von Ljungby. Zu Butterbrötchen gab es noch die selbstgemachten Buletten und die erste Thermoskanne Kaffee.

Die Spritpreise waren himmlisch. Ich bin das erste Mal mit einem Diesel unterwegs und selbstredend ist Diesel das teuerste an jeder Tankstelle. Vorbei an Jönköping, entlang des Vättern und vielen anderen Seen bis nach Mjölby. Danach links auf die 32 bis Motala, auf der 50 bis Akersund und schließlich auf der 49 und E20 ein Stück zurück zum Skagern Camp.

Besuch zum Frühstück

Besuch zum Frühstück

Nachdem wir einen Stellplatz ergattert hatten und der Motor schwieg, war der erste Weg der Damen zum Eisladen. Daim-Eis hieß das Zauberwort. Aufbauen ist ja eh Männersache.Die Aussicht über den Skagern war von unserem Stellplatz aus super. Eine Fiskekort die wir für teuer Geld erstanden hatten, wurde wegen Lustlosigkeit gar nicht genutzt. Für das Waschhaus und die Toiletten bekommt man hier eine Karte, die aber nichts extra kostet. Pro Nacht haben wir 230 Kronen bezahlt und die Fiskekort hat nochmal 200 Kronen gekostet. Alles in allem ein sehr schöner Platz.

Freitag, 18.07.08

Uferbewuchs am See

Uferbewuchs am See

Weil es hier schön ist und wir auch erst mal zur Ruhe kommen wollen, haben wir beschlossen noch bis Sonntag zu bleiben. Nun hatten wir Zeit auf Erkundungstour zu gehen. Immer entlang des Sees stiefelten wir am ersten Tag in Richtung Süden. Malerische kleine Buchten mit und ohne Liegeplätze für Boote. Einfache Häuser und große Bauernhöfe. Man sah irgendwie schon, das der Tiveden Nationalpark nicht weit war. Pünktlich zum Mittag waren wir wieder zurück und haben uns mit Kartoffeln und Quark für den Nachmittag gestärkt.

Blaue Stunde mit Angelboot

Blaue Stunde mit Angelboot

Nach einer kurzen Ruhepause habe ich mir mein Fahrrad geschnappt und bin gen Osten gefahren. Mühselig den Berg nach oben, aber es hat sich gelohnt. Klitzekleine Orte, ich weiß gar nicht ob man dazu schon Ort sagen kann. In meiner Heimat würde man sagen: „3. Häuser, 5 Sptitzbuben“, um die Größe zu beschreiben. Ich habe auf dieser Tour nicht einen einzigen Menschen getroffen. Zurück ging es dann so schnell den Berg runter (fast 60 km/h), das mir angst und bange wurde. Nur ein Gedanke: „Hoffentlich halten die Bremsen“.

Es braut sich etwas zusammen

Es braut sich etwas zusammen

Am Abend waren noch fantastische Wolkenspiele über dem Skagern zu sehen. Das interessierte den Rest des Campngplatzes wenig, denn die haben gefeiert. Sogar eine Band hatten sie angeheuert, die gar nicht mal schlecht war. Meistens waren es Songs aus den 70ern und 80ern. Wir haben gemütlich vor unserem Mobile den Tag ausklingen lassen und die Versuche der Angler beobachtet. Ohne Musik wärs nicht auszuhalten gewesen.

Sonntag 20.07.08 (569 km)

Schöner Platz in Kvarnsjö

Schöner Platz in Kvarnsjö

Abfahrt war gegen 8:00 Uhr vom Skagern Camp. Wieder einmal musste ich feststellen, dass keiner in der Familie sich merkt, wo es hingehen soll. Außer mir natürlich. So erklärte ich zum bestimmt fünften Mal, dass wir heute versuchen, bis Östersund zu fahren.

Ich stellte noch der obligatorische Frage, ob alles festgezurrt bzw. verpackt ist. Nach der zustimmenden Antwort meiner Mitfahrer wurde der Gang eingeschmissen und losgefahren. Das erste was ich hörte war ein lauter Knall. Bereits zum zweiten Male wurde etwas übersehen und flog auch prompt durch die Gegend. Es sollte nicht das letzte Mal sein.

Die Fahrt verlief recht ereignislos und so bogen wir kurz vor Östersund links ab zum Zeltplatz Kvarnsjö. Zuerst dachte ich, wir seien hier völlig verkehrt. Nur ein Feldweg und ringsherum tiefer, dunkler Wald. Das Wetter war immer noch regnerisch.

Schmale Straßen und weit und breit keine Bewegung

Schmale Straßen und weit und breit keine Bewegung

Der Platz war mit einer schönen Aussicht gesegnet und die sanitären Anlagen waren auch super in Schuss. Der einzige Mangel: „Es war kein Gewässer in der Nähe“. Zumindest habe ich keines gesehen. Ich denke im Winter kann man hier gut Hundeschlitten und Ski fahren. Bei der abendlichen Dienstbesprechung wurde dann, teils widerwillg (von meiner Seite aus), teils euphorisch, beschlossen, nicht bis zum Nordkap zu fahren, sondern von hier aus direkt nach Trondheim. Dazu waren wir auch in der richtigen Ausgangsposition. Erst die E45 rauf bis Östersund und anschließend die E14 quer rüber nach Trondheim.

Montag 21.07.2008 (304 km)

Die ersten Ausläufer

Die ersten Ausläufer

Auch heute war Abfahrt gegen 8 und wie immer, trotz vorheriger Nachfrage mit einem Knalleffekt. Wieder flog irgendwas durchs Kuckucksnest. Heutiges Ziel war der Zeltplatz Vikhammer nahe Trondheim. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Nachdem wir Östersund umfahren hatten, fuhren wir in der Nähe von Stordalsvollen über die Grenze und nebenbei mitten durch die Wolken. Hinter der Grenze habe ich zum ersten Mal ein Politi-Team mit einem Laser gesehen. Ich war echt erschrocken und fühlte mich ertappt, obwohl ich vorschriftmäßig gefahren bin.

Ausleihstation um die Stadt zu erkunden

Ausleihstation um die Stadt zu erkunden

Kurz vor Trondheim durchfuhren wir noch eine Mautstation, an der wir 20 Kronen löhnten. Hier begann es auch wieder leicht zu regnen. In Vikhammer angekommen, inspizierten wir erstmal den Zeltplatz und waren gar nicht so begeistert. Vor allem bei den sanitären Anlagen mangelte es ein wenig an Pflege. Immerhin hatten wir Internet und unser Sprössling war zufrieden. Zum Abendessen gab es Erbsensuppe und Bockwurst aus der hauseigenen Küche.

Zugbrücke von 1678 ca.

Zugbrücke von 1678 ca.

Danach machten wir noch einen kleinen Spaziergang. Naja, um ehrlich zu sein ist hier nicht Interessantes in der Nähe. Also hat es nur bis zur Bushaltestelle gereicht um die Fahrpläne zu studieren. Wir hatten ja beschlossen den morgigen Tag in Trondheim zu verbringen und erst am Mittwoch weiter zu fahren.

Trondheim ist sehr schön und wir hätten uns schwer geärgert, wenn wir die Stadt nicht besichtigt hätten.

Dienstag 22.07.2008 (0 km)

Nidaros Dom

Nidaros Dom

Nach einem ausgiebigen Frühstück, liefen wir zur nächsten Bushaltestelle (vielleicht 1 km) um mit dem Bus Trondheim zu erobern. Ehrlich gesagt hab ich mich nicht so recht mit dem Dickschiff getraut dort reinzufahren. Auf der Hinfahrt sahen wir mehrere Einkaufszentren, deren Lage ich mir einfach nicht merken konnte ;-). Der Nidaros-Dom, den wir zuerst besichtigten ist unbedingt zu empfehlen. Der Eintritt ist aber auch nicht von schlechten Eltern. Wie ich gelesen habe ist hier auch die erzbischöfliche Residenz. Nun noch kurz das Museum und dann war ich fällig für eine Einkaufstour („meine Lieblingsbeschäftigung“). Ein paar Schuhe und ein „Drecksack“ (für schmutzige Wäsche) waren unsere Errungenschaften.

Der Fahrradlift zur Festung wird erläutert

Der Fahrradlift zur Festung wird erläutert

Jetzt war wieder Kultur. Über die Nidelva auf einer Brücke aus dem 17. Jhd. Führte unser Weg zur Festung. Unterwegs entdeckten wir einen Fahrradlift, den ich so noch nie gesehen hatte. Was auch nicht verwundert, ist es doch angeblich der Einzige dieser Art in Europa. Glücklicherweise ließen sich zwei Pedalritter gerade den Lift von einem Einheimischen erklären. So konnten wir auch das Funktionsprinzip ergründen.

Ohne Fahrrad blieb uns allerdings nur der steile Anstieg per pedes. In einem Center habe ich hier auch das erste Mal einen „Vinmonopolet“ gesehen und mal die Preise gecheckt. Danach wunderte ich mich nicht mehr über die scheinbar weit verbreitete Schwarzbrennerei.Die Sicherheit war hier fast wie im Fußballstadion, mit Taschen abgeben usw. usf.

Mittwoch, 23.07.2008 (306 km)

Grenzmarkierungen auf norwegisch (Königsweg)

Grenzmarkierungen auf norwegisch (Königsweg)

Morgens fuhren wir ohne konkretes Ziel, aber mit der üblichen Randale von Vikhammer los. Da ich unbedingt mal ein Stück des Königsweges laufen wollte, fuhren wir in Richtung Dombas. Vom Lappencamp im Tal schlängelte sich der immer steiler werdend bergan. Wenn ich mir vorstelle, das hier Pferdefuhrwerke und Mütter mit kleinen Kindern und Tieren hochgelaufen sind muss ich vor dieser Leistung den Hut ziehen. Nicht nur der Weg war gewöhnungsbedürftig auch die „vertrauenerweckenden“ Brücken waren toll. Ich musste manchmal an Hängebrücke denken, die ich mal in einem Indiana Jones Film gesehen hatte.

Hier wurde mit Pferdewagen gefahren

Hier wurde mit Pferdewagen gefahren

Sehr weit sind wir nicht gegangen, denn sonst hätten uns die Mücken wahrscheinlich aufgefressen. Und wieder mal ein Zeichen norwegischer Gelassenheit. Grundstückgrenzen waren hier mit einem gelben Ball auf einer Eisenstange gekennzeichnet.

Auf einem schönen Campingplatz (Trollveggen Camping) im Raumatal machten wir unseren nächsten Halt. Hier sind die Berge so hoch und das Tal so schmal, das einige Stellen niemals im Jahr Sonne abbekommen. Da bekommte der Spruch „Das kannst du dir dahin •…. wo die Sonne nie scheint“ eine völlig neue Bedeutung. Der Platz direkt an der Rauma war einer der schönsten, die wir angesteuert haben. Das findet auch der ADAC und hat den Platz empfohlen. Dem kann ich nur zustimmen.

Die wilde Rauma am Trollveggen

Die wilde Rauma am Trollveggen

Donnerstag, 24.07.2008 (160 km) und 25.07.2008 (0 km)

An Andalsnes vorbei, entlang des Romsdalsfjords, mit der Fähre von Sulesund nach Hareid, hatten wir hinter Ulsteinvik unseren Zeltplatz, das Flö Feriecenter, direkt am Antlantik, erreicht. Nachdem wir uns ausgebreitet hatten und alles aufgebaut war erkundeten wir die Gegend. Erst mit dem Fahrrad und anschließend in die andere Richtung zu Fuß. Gefallen hat es uns hier auf Anhieb und so beschlossen wir ein paar Tage zu bleiben. Vor allem die Abende mit den Lichtspielen am Himmel waren phantastisch. Da störte noch nicht mal die Bohrinsel, die ich etwas weiter draußen entdeckte.

Mole Flö-Feriecenter

Mole Flö-Feriecenter

Das Wetter war allererste Sahne und so mieteten wir uns am nächsten Tag ein Boot. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten mit dem Start des Motors wurde alles eingepackt und vor allem die große Kiste für den Fisch verstaut. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zum Schluss. Nur noch die Schwimmwesten übergestreift und ab gings. Das Meer war dann außerhalb der Bucht doch etwas rauer und die Wellen hatten schon mal einen halben Meter.

Ölplattform im Abendrot

Ölplattform im Abendrot

Trotz aller Widrigkeiten haben wir 2 Dorsche, 2 Schellfische und einen Köhler gefangen. Nach ca. 2 Stunden hatten wir aber das Geschaukel satt und sind wieder zum rettenden Festland gefahren. Dort wurden wir bereits skeptisch und anschließend voller Bewunderung erwartet. Die Fische wurden filetiert und in den Tiefkühler gepackt, da abends keiner mehr Lust hatte zum Braten. Zum Glück für uns hatte das Womo alles was man(n) so braucht.

Samstag, 26.07.2008 (235 km)

In aller Frühe sind wir zur Vogelinsel Runde aufgebrochen. Dort angekommen haben wir uns auf den Weg nach oben zu den Brutfelsen gemacht. Es war ziemlich heiß und so habe ich auch nur die Hälfte des Weges Begleitung gehabt. Vögel habe ich keine gesehen (war sicher nicht die rechte Zeit) aber auch andere Tiere tummeln sich hier oben. Die Aussicht war den Weg allemal wert.

Die "Vögel" auf Runde

Die „Vögel“ auf Runde

Auf der Rückfahrt hatte ich gleich zweimal fast eine Herzinfarkt. An einer Ausweichstelle habe ich auf den Entgegenkommer gewartet, vergessen zu schalten und wollte mit dem dritten Gang wieder anfahren. Als der Motor abstarb hörte sich das an, als wären wir mit dem anderen zusammen gestoßen.

Brücken einmal anders (Remoybrua)

Brücken einmal anders (Remoybrua)

Der zweite Hammer kam nach einer wunderschönen Brücke in einem Tunnel. Hier kam uns ein Fahrradfahrer entgegen. Abgesehen davon, das er da gar nicht fahren durfte, kam er auch noch ohne Licht. Ich hatte nur Glück, dass vor mir einer fuhr und ich dessen Bremslichter aufleuchten sah. Das war mehr als genug Aufregung für einen Tag. Nach Andalsnes und einem kurzen Blick in die Karte, wollte ich unbedingt noch den Trollstigen hochfahren, doch dafür war es schon recht spät. So übernachteten wir noch einmal auf dem Trollveggen Campingplatz. Abends planten wir dann noch den nächsten Tag. Über den Trollstigen sollte es auf jedem Fall bis zum Geiranger und auch noch darüber gehen. Alles andere ergibt sich dann.

Sonntag, 27.07.2008 (187 km)

Super Straße (Trollstigen)

Super Straße (Trollstigen)

Sehr zum Leidwesen meines Kindes fängt bei mir der frühe Vogel den Wurm und so ging es (O-Ton: „mitten in der Nacht“) ziemlich früh los. Kurz vor 08:00 Uhr hatten wir den Fuß der tollsten Straße, die ich bis dahin gesehen hatte erreicht. Zur Freude meiner Mitfahrer, waren wir beim Hochfahren ziemlich allein auf der Straße. In 11 Spitzkehren (mir kam es mehr vor) gings gen Himmel. Erst mal oben wurden fleißig Fotos gemacht.

Weiter über das Hochland fuhren wir auf der Rv63 und 650 bis Liabygda. Mit der Fähre setzten wir über nach Stranda und von dort aus weiter bis Hellesylt. Den Umweg haben wir ganz bewusst gemacht, um mit der Fähre durch den Geiranger zu schwimmen. Bei strahlendem Sonnenschein war das eine Fahrt, an die ich mich wohl ewig erinnern werde.

Unsere Fähre nach Geiranger

Unsere Fähre nach Geiranger

Vorbei an alten, nicht mehr bewohnten Bauernhöfen, die direkt am Hang klebten. Vorbei an Wasserfällen und immer verfolgt von einem Hurtigruten-Schiff schipperten wir gen Geiranger. Leider waren von den 7 Schwestern (Wasserfälle) schon 4 verstorben. Im Dorf Geiranger haben wir uns nicht weiter aufgehalten, da es schon ohne uns von Menschen überlaufen war. Fahren konnte man in dem Gewimmel nur noch im Schritttempo.

Und wieder gehts nach oben

Und wieder gehts nach oben

Zur Flucht nutzten wir weiter die 63, die sich in einigen Serpentinen in die Höhe schraubte. Störend war nur ein Reisebus, der mich auf dem Weg nach oben fast schob. Nachdem er passieren durfte, ging es gemütlicher weiter. Auf der 15 tuckerten wir bis nach Holmevik am Strynsee. Schöner kleiner Platz und wir waren erst die Dritten. Das änderte sich auch nicht mehr. Solche Plätze gibts wahrscheinlich nur in Norwegen.

 

Montag, 28.07.2008 (226 km)

Briksdalsbreen

Briksdalsbreen

Nach einem Frühstück mit Aussicht war das heutige Ziel Flam. Zwischenstation war der Briksdalsbreen, den ich wie üblich allein erklimmen musste. In der Zwischenzeit nahm der Rest der Crew ein Sonnenbad. Der Anfang des Weges ist relativ einfach. Außer einer Brücke neben einem Wasserfall gab es keine weiteren aufregenden Sachen.

Die Schwierigkeit bestand darin, trocken über diese Brücke zu gelangen. Der Wasserfall macht soviel Gischt, das es unmöglich geht. Auf dieser „Mission impossible“ musste ich mich frei machen und die Kamera in mein T-Shirt einpacken. Glücklicherweise (für diese Stelle) war es warm. Bis hierhin musste man auf den Verkehr achten, ließen sich doch etliche mit Pferdekutsche oder E-Mobil nach oben fahren. Ab ca. der Hälfte des Weges wurde es ein wenig steiler und steiniger. Aber immer locker für jedermann begehbar.

Ziemlich nass auf der Brücke

Ziemlich nass auf der Brücke

Der Gletscher soll ja entgegen dem Trend, jedes Jahr wachsen, für mich war er aber auch so schon eindrucksvoll genug. Die Farbe des Eises ist einzigartig. Der Rückweg verlief ereignislos, ich war noch vor dem Mittag und wir fuhren immer am See entlang zurück.

In einem Tunnel hatten Schafe vor der Hitze Schutz gesucht, was mich zu meiner ersten Vollbremsung animierte, weil ich mich ziemlich erschrocken habe. Glücklicherweise lagen sie vorbildlich am Rand der Straße.

andere Gletscherzunge

andere Gletscherzunge

In Laerdal angekommen nahmen wir den Weg durch den „wahrscheinlich längsten Autotunnel der Welt“, dem Laerdalstunnel (24,5 km) bis nach Flam. Direkt neben der Flambahn lag der Zeltplatz. Sagen wir mal so, wir hatten schon bessere gesehen.

Dienstag, 29.07.2008 (118 km) und Mittwoch, 30.07.2008

Auf der E16 bis nach Gudvangen und weiter auf der RV13 in Richtung Voss. Schöne Strecke, eine ganze Weile an einem Fluss entlang. In Gudvangen haben wir im Supermarkt noch ein paar Kleinigkeiten und Obst gekauft. Schließlich waren wir schon fast im Obstgarten Norwegens. Am Hardanger fuhren wir entlang der Kirschplantagen, die mit Netzen gegen die Stare abgedeckt waren und den Hang auf vielen Kilometern in ein künstliches Grün tauchten. Keinen Platz an der Sonne aber wenigstens einen direkt am Wasser fanden wir auf dem Ringoy-Campingplatz.

Donnerstag, 31.07.2008 (256 km)

Besser gehts nicht

Besser gehts nicht

Immer noch auf der 13 über Tyssedal, Odda und Suldal eilten wir unserem heutigen Ziel, dem Jörpeland Zeltplatz, unweit des Preikestolen, entgegen. Am Rande der Wiese gab es dann auch noch einen Platz neben einer ominösen Holzplattform. Unsere erste Idee mit der Tanzfläche haben wir schnell verworfen, als es ziemlich betriebsam wurde und schließlich und endlich ein Hubschrauber direkt neben uns landete.

 

Krach wie auf einem Flugplatz

Krach wie auf einem Flugplatz

Ausgerechnet jeden Donnerstag wurde ein Flug zum Preikestolen angeboten. Für mich sah das Gefährt nicht so vertrauenerweckend aus, um auch mal einzusteigen. Mit 50 € pro Person, für knapp 15 Minuten, war es auch nicht gerade ein Schnäppchen. Schuster, bleib bei deinen Leisten und lauf nach oben. Angetestet habe ich den Weg schon mal mit dem Fahrrad. Für einen Flachlandtiroler wie mich ganz schön anstrengend immer bergauf zu fahren. Das hat mich dann auch dazu bewogen, am nächsten Morgen bis zum Parkplatz am Fuße des Aufstiegs mit dem Auto zu fahren.

Donnerstag, 31.07.2008 (206 km)

Wegweiser nach oben

Wegweiser nach oben

Gegen 6:00 Uhr gings mit dem Womo erst mal zum oberen Parkplatz, vor dem Aufstieg zum Preikestolen. Von hier aus zu Fuß über eine Zufahrtsstraße bis zum ersten Wegweiser, auf dem, selten genug hatte ich das Vergnügen, genau draufstand, wo es lang geht.

Der Weg wurde schmaler und steiniger, war aber immer noch gut begehbar. Verlaufen kann man sich in diesem Abschnitt normalerweise nicht. Auf halber Höhe waren Holzstege über das Hochmoor gelegt, damit man keine nassen Füße bekommt.

Etwas höher konnte man dem herrlichen Wetter bis nach Stavanger sehen. Ab hier wurde es wieder steiler und an einer Stelle war sogar eine kleine Holzbrücke angebracht. Für Leute mit Höhenangst wird es an einigen Stellen schon kompliziert. Außer bei den Brücken ist nämlich nirgendwo ein Geländer zum Festhalten.

Einzige ausgebaute Stelle

Einzige ausgebaute Stelle

Kurz vor dem Ziel lugte schon mal der Lysefjord durch die Felsen. Die roten T’s als Wegweiser sind teilweise ganz schön weit auseinander und so musste ich einmal quer suchen. Auf der Plattform war sehr zu meiner Freude noch nicht viel los. Ich war erst der Vierte. Einmal ganz vorn stehen und 604 Meter runterschauen treibt das Adrenalin schon in die Höhe. Ein phantastischer Ausblick belohnt die Anstrengungen.

Blick auf den Lysefjord

Blick auf den Lysefjord

Daneben gibt es noch einen kleinen Aufstieg, von dem man den Predigerstuhl auch mal von oben anschauen kann. Auf dem Rückweg habe ich mich allerdings im falschen Film gefühlt. Da kamen mir schwergewichtige Damen in Flipflops und dünnem Hemdchen entgegen. Manche auch mit ganz kleinen Kindern. Tur mir leid, aber so was kann ich nicht verstehen. Um 11:00 Uhr war ich pünktlich wieder auf dem Parkplatz und wir fuhren noch bis Sandnes Camping. Dies war der letzte Zeltplatz dieser Reise in Norwegen.

Freitag, 01.08.2008 (433 km)

McDonalds in Kristianssand

McDonalds in Kristianssand

Das erste Ziel an diesem Tage war Kristiansand. Die Stadt war nicht unbedingt mein Geschmack. Zu sachlich und „schön geometrisch“ angelegt. Das einzige Highlight war für mich die Unterbringung des hiesigen McDonalds. Es ging weiter an der Küste entlang in Richtung Oslo. Mittendrin haben wir uns entschieden abzukürzen und nahmen die Fähre von Sandefjord nach Strömstad. Einmal haben wir noch in Johannesvik Camping in Schweden übernachtet bevor es mit der Fähre von Trelleborg über Sassnitz nach Hause ging.

Hafen Trelleborg

Hafen Trelleborg

Die beiden Karten stimmen nicht ganz mit der Wirklichkeit überein. Leider konnte ich OpenRoute nicht dazu bewegen die Fähren zu akzeptieren.

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2 Kommentare

  1. Heidrun

    Hallo Karsten, angeregt durch das letzte Bilderrätsel im Norwegenforum habe ich mal ein bißchen auf Deiner Seite rumgestöbert.
    Deine Reiseberichte lesen sich gut, sind interessant, unterhaltsam und zum Teil sehr amüsant. Ich muß oft schmunzelnd an meine eigenen Erlebnisse und Eindrücke denken, die ich damals vor ca. 20 Jahren hatte, als ich jeden Sommer nach Norwegen gereist bin.
    Eine Frage habe ich aber zu diesem Reisebericht. Das Wohnmobil war doch nicht wirklich 28,8 Meter lang???
    Grüße, Heidrun

    1. kazi

      Hallo Heidrun,

      danke für die positive Rückmeldung. Ich mach die ganze Sache ja hier nur so zum Spaß. Wenn es dann jemandem gefällt um so besser. 🙂
      Und das Wohnmobil war natürlich kein Schwerlasttransport mit 30 m Länge. :-))
      Danke für den Hinweis. Ist auch gleich geändert.

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