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Norge 2017

 

 

  1. Tag, 27.06.2017 (Eggesin – Flensburg)

Wieder ist es mal so weit, und ich schreibe wie immer verspätet einen Bericht über unsere Motorradtour im Juni 2017. Diesmal hatte ich mich vorbereitet nach Norwegen zu fahren. Zuerst war ich allein auf weiter Flur, aber so nach und nach wuchs unsere Gruppe auf 4 Männer mit total unterschiedlichen Motorrädern an.

Die komplette KolloneSo hatten wir eine Honda CBF 1000, eine Chopper, eine Triumph Thruxton 900 und als absolutes Highlight eine MZ ETZ 251. Letztere wurde bei jedem Halt bestaunt, was ich durchaus nachvollziehen kann.

Los ging es am 27.06.17 morgens gegen 09:00 Uhr. Die erste Etappe ging recht unspektakulär von Eggesin nach Flensburg. Das Wetter war trocken und sonnig und so war es eine entspannte Fahrt.

Hier hatte wir in der Jugendherberge eingecheckt. Zumindest hatte ich das vermutet. Als wir nämlich dort ankamen, war keine Buchung für uns eingetragen. Ich hatte (ich nehm es jetzt mal auf mich) für den 29.07. gebucht. Glücklicherweise war noch ein Zimmer frei und wir haben uns eingerichtet. Anschließend noch die Bikes im Fahrradunterstand regengeschützt abgestellt und Ross und Reiter waren zufrieden. 

Brauerei

Brauerei Flensburg

Anschließend hatte ich für den Abend noch eine Brauereibesichtigung eingeplant (wenn man schon mal in Flensburg ist). War interessant und auch der anschließende Imbiss war absolut oK. 

Nach der Besichtigung der Abfüllanlage haben wir noch Flensburg unsicher gemacht und ein wenig am Hafen gesessen. Da wir am nächsten Tag nicht so spät los wollten, war die abendliche Tour relativ kurz und wir waren gegen 22:00 Uhr wieder in der Herberge um unser müden Häupter zu betten. 

 

 

 

Abfüllanlage

Brotzeit in der Brauerei

 

2. Tag 28.06.2017 (Flensburg – Hirtshals)

Nach einem guten Frühstück (die Herberge hat in dieser Hinsicht wirklich was zu bieten) machten wir unsere Bikes klar und starteten in Richtung Hirtshals.

Erster Tankstopp in Dänemark

Das Wetter meinte es heute nicht so gut mit uns. Wir hatten leichten Nieselregen und es war ziemlich kühl für die Jahreszeit.

Sommerski oder was?

Dänemark (die Dänen mögen mir verzeihen) ist recht langweilig zum Motorrad fahren. Alles viel zu glatt. Dafür haben die Dänen Humor, wie man unschwer an dem nebenstehenden Foto erkennen kann.

Nach einem weiteren Zwischenstopp kamen wir gegen 16:00 Uhr in Hirtshals an. Zuerst haben wir mal erkundet, wo der Fährhafen ist und uns in dieser Mondlandschaft prompt falsch eingeordnet. Da waren wir doch tatsächlich zur Fußgängerabfertigung gefahren.

Letzte Einkaufsmeile

Nach dieser Aufklärung fuhren wir noch mal zurück zur letzten Verkaufsstelle auf dem Festland, um für die Schiffsreise noch ein paar Bier mit zu nehmen. 

Die Fähre kommt.

Irgendwann kam auch die Fjordline um uns nach Bergen zu shippern. Die Bikes wurden festgeschnallt. Bei Fjordline muss man das selber machen. Ich kann mich erinnern, dass man bei P&O von Dünkirchen nach Dover nicht mal einen Riemen anfassen durfte. 

Unverrückbar festgeschnallt

Draußen war es trotzdem schöner

Die Überfahrt verlief ereignislos, bis auf die doch ansprechende Unterhaltungsshow in der Bar der Fähre. Gute handgemachte Musik und Preise jenseits von gut und böse. Ich glaub ein Bier hat da 7 oder 8 Euro gekostet. Also eher zum Abgewöhnen.

Morgengruß

 

 

 

 

3. Tag, Donnerstag 29.06.2017 Hirthals – Bergen

Morgens wurden wir schon mal nett begrüßt. Ich hatte extra ein Außenkabine gemietet um auch ein bisschen Aussicht zu haben. Allerdings haben wir meistens draußen gestanden und schon mal einen ersten Eindruck der Landschaft genossen. Da ich der Einzige von uns war, der schon in Norwegen war, hab ich so ein bisschen den Tourguide gespielt.

Als erste Highlight stand Bergen auf dem Plan. Passte ja auch gut, denn das wahr ja auch unser Ankunftshafen. Unterkunft hatten wir bei Kari über den Anbieter mit A…. Kari ist eine ganz Liebe und wir fühlten uns sofort richtig gut aufgehoben. Leider hatte sie für diesen Tag schon Konzertkarten, so das unsere Gespräche ein bisschen kürzer ausfallen mussten. Wenn wir mal wieder in der Gegend sind schauen wir auf jeden Fall vorbei. 

 

 

 

 

 

 

Johanniskirche

Zu den Bryggen

Egons Restaurant

 

Zuerst haben wir uns den Fischmarkt angeschaut. Ich war ehrlich gesagt enttäuscht, was seit 2004 daraus geworden ist. Mit dem ursprünglichen Fischmarkt hat das nicht mehr viel zu tun. Schade. 

Die dicken Dinger Floibahn Bierpreise

An den Tyskebryggen kommt man natürlich genauso wenig vorbei, wie an der Der Floibahn um auf den Flyoen zu fahren und die Aussicht zu genießen. Das Wetter hätte besser sein können, aber wir konnten ja schon froh sein, keinen von den 247 durchschnittlichen Regentagen im Jahr abzubekommen. 

Bergen von oben

Abends gab Spaghetti mit Tomatensauce und noch ein teures Feierabendbier. 

 

4. Tag,  Freitag 30.06.2017, Bergen – Nigardsbreen

Am nächsten Morgen, nach einem kurzen Frühstück, ging es los in Richtung Jostedal, zum Nigardsbreen. Dank Navigation auf dem Handy fanden wir auch schnell von Docken aus der Stadt heraus.

Ich hatte geplant, möglichst wenig E-Straßen zu nutzen und so führte der erste Teil der Strecke uns zuerst nach Dale. Leider ließ sich bis dorthin die E16 nicht vermeiden. In Dale sind wir dann rechts auf den Fv 314 abgebogen. Die Straße war nicht so glatt wie die E16, dafür war das Fahren trotzdem viel entspannter, schon allein deshalb, weil wir kaum ein Fahrzeug auf der gesamten Strecke gesehen haben. Am Storefossen-Damm haben wir dann die erste Rast gemacht.  

Komische Schilder 

Begeisterung

Aussicht auf den Stausee

     

Das Wetter war super. So kann es meinetwegen weitergehen.

Auf den nächsten Kilometern hat es mich dann erwischt. Ich habe den Kuhfladen, der gerade frisch geliefert war übersehen und bin glatt durchgefahren.

Das Ergebnis ist auf dem Foto zu sehen. Glück hatte allerdings der nachfolgende Fahrer, der einen größeren Abstand hatte und so den fliegenden Kuhbomben ausweichen konnte. 

Auf jeden Fall haben wir zur Begutachtung des angerichteten „Schadens“ gleich noch eine Rast eingelegt. Und so diente das Missgeschick noch einem guten Zweck. Ich konnte das Gröbste reinigen.

 

Landschaft ohne Ende

 

Der Tvindefossen

   

Nach ein paar weiteren Kilometern machten wir unsere nächste Rast am Tvindefossen, den wohl jeder, der schon mal in Fjordnorwegen gewesen ist gesehen hat.

Im Ablauf des Wasserfalls konnte ich dann meine Schuhe und Hose noch etwas von der Sch… befreien. Das Wasser hatte gefühlte -5 Grad, hat aber seinen Zweck erfüllt.  

Durch Vossevangen sind wir dann einfach nur durchgefahren und nach einer kurvenreichen Strecke kam schon das nächste Highlight. Die Fahrt auf dem RV 13 aufs Fjell hinauf. 

Auf dieser Strecke haben dann auch die Gruppe aufgegeben und alle konnten fahren wie sie wollten. Am Parkplatz hinter dem Tunnel an der höchsten Stelle war wieder Treffpunkt. 

Nach vielen Stopps und damit vielen Fotos hat mich dann ein Norweger mit seinem Audi überholt. Da hat mich dann der Hafer gestochen und ich bin hinterhergefahren. Es war einfach nur geil.

Dadurch war ich dann auch der Erste am Parkplatz und habe in der Sonne auf die anderen Drei gewartet. Die Aussicht war hier natürlich auch sensationell.

 

 

 

Der selten gerade RV 13

Aussicht vom Parkplatz

Und da stehen sie wieder

 

Nach einer kurzen Abfahrt sind wir beim Café mit super Aussicht auf Vikøyri hängengeblieben. Der Kuchen war sehr lecker und der Café hatte auch seinen Namen verdient. Empfehlenswert. 

 

Gute Lage, guter Kaffee

Blick auf Vik

 

Ein bisschen weiter ging die Abfahrt noch, vorbei an der Hopperstad Stabkirche und nach Vik. Hier haben noch getankt. Aufs Tanken mussten wir achten, da unser Fury (er möge mir den Namen verzeihen 😉 ) nur einen kleinen Tank hat und damit die kleinste Reichweite von allen 4 Bikes. Weiter bis nach Vangsnes bis zur Fähre.

Nach dem Übersetzen (ich glaub so um die 6 €) nach Hella fuhren wir weiter bis Sogndal. Nachdem wir noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt zum Abendessen eingekauft hatten fuhren wir den Rv55 und anschließend den Fv 604 bis zum Campingplatz Jostedal. Das hatte ich unbedingt noch mal auf dem Schirm, wer weiß wie lange der Nigardsbreen noch so imposant ist. 

Zwar haben Freunde mir gesagt, der Gletscher wäre nur noch ein Abklatsch früherer Pracht, trotzdem ist er immer noch beeindruckendes Naturschauspiel.

 

Hütten auf dem Zeltplatz

Jostedøla

Unsere Hütte

 

Nach dem Beziehen der Hütte habe ich dann für die Bande Nudeln mit Tomatensoße gekocht. Es hat auch allen geschmeckt. Zumindest haben sie das gesagt. Wahrscheinlich, weil kein andere kochen wollte. 😉

 

5. Tag, Samstag 01.07.2017 Nigardsbreen – Førde

 

Imposant

Der Nigardsbreen

Nach einem guten Frühstück, welches uns die Platzinhaberin (Vielen Dank Anne) bei ihrer Schwester im Hotel bestellt hatte, machten wir uns auf zum Nigardsbreen.

Die Maut war immer noch dieselbe und nach einer kleinen Kreditkartenabbuchung kamen wir schnell am Parkplatz an.

Da ich erst vor Kurzem direkt am Gletscher war, hab ich mir die Füße im See erfrischt und die Anderen ziehen lassen. Einfach die Beine baumeln lassen und die grandiose Natur wirken lassen war eine gute Idee.

Nach ca. 1,5 Stunden kamen die anderen Jungs zurück und waren einfach nur begeistert. Da es nicht anders ging fuhren wir bis Hella den selben Weg zurück, den wir gekommen waren. Nur diesmal ging es mit der Fähre  nach Dragsvik. 

Als nächstes Highlight hatte ich nämlich die ehemalige Kaiserresidenz, heute das Kviknes-Hotel, in Bålestrand ausgesucht.

Nach einer ausgiebigen Besichtigung ringsherum meldete sich der Hunger und wir entdeckten direkt neben dem Hotel den Vikingertreff.

Hier haben wir ganz gut gegessen und trafen als Inhaber mal wieder Deutsche an.

 

Nachdem wir uns solchermaßen gestärkt hatten, gingen wir unser heutiges Streckenhighlight an, den Fv13 auf der nördlichen Seite des Fjordes über das Gaularfjell.

Früher war das mal der Rv13. Warum aus der Reichsstraße ein Fylkesvei geworden ist, keine Ahnung.

 

 

gepflegte Anlage

Blick auf den Sognefjord

Kviknes Hotel

 

Ausblick von der Utsikten

Nach ein paar Kilometern fiel unseren Youngster ein doch mal nach der Strecke zu fragen. Nach meiner Auskunft hatten wir Pause und er fuhr zurück zum Tanken.

Ich gebe zu, es war meine Schuld, woher sollte er wissen, dass wir vorläufig keine Tankstelle ansteuern.

Mit vollem Tank und Elan fuhren wir herrliche Serpentinen bergan, bis zur erst kürzlich gebauten Utsikten. Darüber, ob das Bauwerk dorthin passt, gibt es sicherlich unterschiedliche Ansichten, aber die Aussicht war toll.

Auf dieser Strecke hat die ETZ mal kurz gemeutert, die Kette musste nachgespannt werden. Wenn es dabei bleibt, gern. 

Für solche Zwecke hatten wir jemanden dabei, der sich mit solchen Sachen auskennt. 🙂

Dieses Jahr war der der Nystølsvatnet auch nicht mehr zugefroren und wir mussten auch keinen Schneeklumpen ausweichen.

Als wir am See vorbei waren, fing es immer mal wieder an leicht zu regnen. Wir haben trotzdem entschieden die Regenklamotten im Gepäck zu lassen.

Nächste Station war der Likholefossen mit seiner Edelstahlbrücke. Da wir ein bisschen in Verzug waren, haben wir aber nur kurz Station gemacht.

Einen Tankstopp hatten wir noch beim Joker in Vik, danach bogen wir auf die E39 ab nach Førde.

Hier mussten wir in die Straße Nedre Fossheim. Nach einer 20 minütigen Suche, habe ich sie auch gefunden, nur meine Leute fand ich nicht mehr. Sie sollten eigentlich an einer Stelle warten.

Mangelndes Vertrauen in meine Orientierungsfähigkeiten oder einfach Insubordination?

Nach einer kurzen Begrüßung bei Berge und Leila machten wir uns auf die Nahrungssuche.

Leider hatten kaum noch Geschäfte auf (Samstag Abend?!) und so probierten wir in einer Pizzeria die berüchtigten norwegischen Restaurantpreise.

Die entsprachen auch unseren schlimmen Vorahnungen, aber es hat wirklich gut geschmeckt. 

 

 

 

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